Kommentar Glaubens-Missbrauch = Von Lothar Schröder

Düsseldorf (ots) – Aus dem Streit um die Kreuzpflicht in bayerischen Amtsstuben ist bisher kein aufgeregter Kreuzzug um die Präsenz eines dominanten Glaubens geworden. Gottlob! Weil die Absicht von Ministerpräsident Markus Söder, mit einem scheinbaren Glaubensbekenntnis im Wahlkampf punkten zu können, einfach zu billig ist. Im Grunde aber müssten wir tieftraurig darüber sein, wie jenes christliche Symbol, das uns Tod, Folter und Erlösung vor Augen führt, zum Accessoire politischer Machtinteressen verkommen konnte – und eine Art Wahlkampflogo werden sollte. Wer eine Pflicht zum Kreuz propagiert und dann glaubt, es nur als Zeichen für die Grundwerte unserer Gesellschaft deklarieren zu können, hat vom Christentum wenig begriffen. Wie beschädigt der Glauben in unserer Gesellschaft tatsächlich ist, zeigen nicht nur Priestermangel und Kirchenaustritte. Sondern das fahrlässige Verhalten von Politikern wie Söder, die sich nicht dem Christentum stellen und das eigene Handeln daraufhin befragen, sondern die es zu ihren eigenen Zwecken schlichtweg missbrauchen.

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