Warum bei Readly keine Magazine verkauft werden

Berlin (ots) – Apple plant nach der Texture-Übernahme einen Abo-Dienst für Zeitschriften, der Spiegel startet ein neues digitales Produkt mit einfachem Bezahlmodell und einer Art Flatrate für seine Qualitätsinhalte. Wird sich in den Medien dasselbe durchsetzen wie in Musik und Film mit Spotify und Netflix? Können die Verlage vielleicht sogar – wie zuletzt die Musikindustrie – mithilfe von Streaming-Modellen das Rad drehen und wieder wachsen? Wie auch bei Film und Musik gibt es große Unterschiede zwischen dem Verkauf von Medieninhalten, sei es physisch als CD, DVD oder Print oder aber digital als MP3 oder ePaper, und dem Streaming dieser Inhalte. Die Geschäftsmodelle und auch die Zielgruppen unterscheiden sich immens und geben wenig Raum für Überschneidungen. Die Magazin-Flatrate Readly fasst die drei wichtigsten Unterschiede zusammen.

1. Streaming-Dienste verkaufen keine Medieninhalte. Ein Kauf bedeutet, dass jemand etwas besitzt. Bei Streaming-Diensten haben die Nutzer jedoch lediglich zeitlich und lokal begrenzte Zugriffsrechte über eine – meist bezahlte – App. Sie besitzen das Magazin nicht. Endet bspw. das Netflix-Abo, hat der Nutzer auch keinen Zugriff mehr auf die Serien oder Filme bei Netflix. Eventuelle Downloads wie bei Spotify oder Readly stehen nach Ende des bezahlten Zeitraumes nicht mehr zu Verfügung. Ein ePaper, das über einen Digitalkiosk gekauft wurde, steht dem Käufer dagegen unbegrenzt zur Verfügung. Allerdings verdient der Verlag nur einmal, wohingegen Nutzer von Streaming-Diensten immer wieder Geld für dieselben Inhalte ausgeben können. Liest ein Readly-Nutzer z. B. einen Artikel der Mai-Ausgabe im Mai und erneut im Juni, fließt in beiden Monaten Geld an den Verlag. Dieser bekommt Geld, sobald auf sein Magazin geklickt wird.

2. Digitale Inhalte sind für den Konsumenten meist günstiger, als wenn sie physisch gekauft werden. Ein Album bei iTunes zu kaufen ist preiswerter als es auf einer CD zu besitzen. Streaming wiederum hat eine ganz andere Logik. Zwar geben bspw. Nutzer von Readly mit 120 Euro pro Jahr deutlich mehr Geld für Magazine aus als der durchschnittliche Magazinkonsument, allerdings steht ihnen auch ein anderes Angebot zu Verfügung.

Natürlich kostet die Produktion von Inhalten gleich viel Geld, egal ob sie anschließend digital oder physisch verkauft oder über Streaming-Dienste vertrieben werden. Andererseits steigen die Kosten nicht immer weiter an, je mehr Nutzern der Inhalt zur Verfügung gestellt wird. Das ist beim Bahnhofs-Kiosk anders, wo Verlage Geld dafür bezahlen müssen, dass sie erstens präsent sind und zweitens übrig gebliebene Exemplare anschließend „vernichten“ müssen. Aber auch das ist wichtig, denn die bunte Kiosk-Welt macht Lesen auf ihre Art zu einem ganz besonderen Erlebnis.

3. Stichwort Kannibalisierung: Studien wie jene des Finanzen Verlags und pv digest (07/2016) haben ergeben, dass die Überschneidung von ehemaligen Abonnenten und Readly-Nutzern bei nur 5 Prozent liegt. Daneben stehen 95 Prozent neu gewonnene Leser – was selbst den Verlag überraschte. Streaming-Plattformen ermöglichen insbesondere hochpreisigen Nischen-Magazinen den Kontakt zu neuen Lesern, die sich das Heft ansonsten nie kaufen könnten, es in der App aber für sich entdecken und regelmäßig Artikel lesen. Das ist die Zielgruppe von Readly: der Streaming-Dienst möchte die Millionen von Menschen erreichen, die es gewohnt sind, hochwertige Inhalte im Netz kostenlos zu lesen. Sie müssen davon überzeugt werden, dass für Qualitätsjournalismus bezahlt werden muss.

Quellenangaben

Textquelle:Readly, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/122752/3932706
Newsroom:Readly
Pressekontakt:Dr. Susanne Ardisson
susanne.ardisson@readly.com

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