Kritik an Konzept der Entfristung von Arbeitsverträgen bei der Deutschen Post

Berlin (ots) – Stellen Sie sich vor, Sie brechen sich ein Bein. Das ist schmerzhaft und oftmals langwierig. Vielleicht verfolgt Sie das Pech und Sie erwischen auch noch eine der Grippewellen? Sollten Sie einen befristeten Arbeitsvertrag bei der Deutschen Post haben, könnte zu der Sorge um Ihre Gesundheit noch die Sorge um Ihren Arbeitsplatz kommen. Denn der Konzern macht laut einem vertraulichen Konzept eine Entfristung abhängig davon, ob ihre Beschäftigten in zwei Jahren mehr als 20 Tage krank waren. Oder zu langsam. Postboten dürfen demnach in drei Monaten nicht mehr als 30 Stunden länger für ihre Touren gebraucht haben als vorgesehen. Das ist ganz normale kapitalistische Praxis? Informell gehört es längst zur Praxis in Unternehmen, Beschäftigten, die während eines befristeten Arbeitsvertrages häufig krank sind, keinen neuen Vertrag anzubieten. Kein Grund zur Aufregung also, wie der Sprecher des Konzerns kommentierte? Im Durchschnitt sind Beschäftigte in Deutschland knapp 15 Tagen krank gemeldet – in körperlich anstrengenden Jobs entsprechend länger. Postboten haben einen solchen Job und protestierten in der Vergangenheit häufig gegen Arbeitsüberlastung, auch weil zu wenig Kolleginnen und Kollegen eingestellt werden. Statt die Arbeitsbedingungen zu verbessern, setzt die Post in einer offiziellen Vorgabe die Daumenschrauben an. Der Druck wird erhöht, sich im Zweifelsfall lieber krank zur Arbeit zu schleppen oder besser nicht zum Arzt zu gehen. Das ist nicht nur empörend, sondern gefährdet konkret die Gesundheit der Beschäftigten.

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