früheren VW-Chef Martin Winterkorn

Bielefeld (ots) – Und läuft und läuft und läuft… warb VW einst für sein erfolgreichstes Modell, den Käfer. Heute laufen zwar die Absatzzahlen des Wolfsburger Konzerns. Doch bei der Aufarbeitung des Diesel-Abgasskandals stockt der Motor immer wieder. Vielleicht liegt es daran, dass kein Sprit im Tank ist. Oder, schlimmer noch, jemand zieht permanent den Zündschlüssel ab. Jedenfalls kann man vom Aufsichtsrat des Konzerns nicht viel mehr sagen, als dass er prüft und prüft und prüft… Kaum schneller kommen die juristische und die politische Aufarbeitung voran. Sicher, hin und wieder wird gemeldet, dass irgendwo bei einem Konzernmanager eine Razzia stattgefunden hat. Dabei geht die Wahrscheinlichkeit, dass zweieinhalb Jahre nach Beginn des Skandals noch irgendwelche Hinweise in Akten oder Computerdateien gefunden werden, allmählich gegen Null. Den Politikern kann man immerhin zugute halten, dass sie über Volkswagen hinaus die Arbeitsplätze in der für Deutschland wichtigen Automobilindustrie schützen wollen. Doch diese sind mittelfristig weniger durch Straf- und Schadensersatzforderungen gefährdet als durch weltweite Umwälzungen im Mobilitätssektor sowie durch den sich abzeichnenden Verlust des Autos als Statussymbol Nummer 1. Zugleich schädigt der Abwehrwall um Volkswagen den Ruf der deutschen Wirtschaft insgesamt. Was den früheren VW-Chef und lange Jahre bestverdienenden Dax-Manager Martin Winterkorn betrifft, so wachsen die Zweifel, ob seine Behauptung stimmt, er sei nicht über die Schummelsoftware informiert gewesen. War er es aber und kann das dem 70-Jährigen vor Gericht nachgewiesen werden, dann stehen ihm auch ohne Auslieferung an die US-Justiz schwierige Jahre bevor. Für Mitleid ist indessen kein Grund. Winterkorn kassiert vom Konzern, der unter seiner Führung in die Krise geriet, eine Rente von – täglich! – 3100 Euro. Mit dem Geld könnte – täglich – ein Dieselfahrzeug nachgerüstet werden. Manager können für grobes Fehlverhalten heute zur Verantwortung gezogen werden. Thomas Middelhoff saß zu Recht eineinhalb Jahre im Gefängnis. Er würde vermutlich die Welt nicht verstehen, wenn Winterkorn ohne einen Prozess davonkäme.

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