Lehrerverband will mehr Wertekunde für alle

Osnabrück (ots) – Lehrerverband will mehr Wertekunde für alle

Meidinger: „Das kommt bisher zu kurz“ – Verbandschef ist gegen „Rechtsstaatsklassen“ nur für Flüchtlinge

Osnabrück. Der Deutsche Lehrerverband hat die Unions-Forderung nach verstärkter Werte- und Demokratieerziehung für Kinder aus Zuwandererfamilien grundsätzlich begrüßt. „Dieser wichtige Bereich kommt in den bisherigen Willkommens-, Übergangs- und Sprachlernklassen oft zu kurz, weil der Fokus auf dem Deutschlernen liegt“, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag). Allerdings erfordere eine solche Ausweitung des Lehrplans Zusatzstunden, Zusatzlehrkräfte und eine entsprechende Fortbildung betroffener Lehrkräfte. „Zum Nulltarif ist das nicht zu haben“, erklärte Meidinger. Nach seinen Worten sehen sich manche Lehrkräfte auf diese spezielle Anforderung nicht ausreichend vorbereitet.

Meidinger hält aber wenig von einer Separierung dieses Unterrichts im Rahmen so genannter „Rechtsstaatsklassen“ für Flüchtlingskinder, wie sie in einem Papier der Fraktionsvorsitzenden von CDU und CSU gefordert werden. „Ich bin dafür, diesen Werteunterricht in den Gesamtlehrplan zu integrieren“, sagte der Gymnasiallehrer, der 170.000 Pädagogen vertritt. Auch bei den deutschen Schülern würden die Themen Grundgesetz, Rechtsstaatsprinzip und Demokratie „leider derzeit ganz kleingeschrieben“. Erst ab der 10. Klasse gebe es an den meisten Schularten Politikunterricht mit nur wenigen Schulstunden.

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