Scherbenhaufen – Kommentar zum Ausstieg Donald Trumps aus dem Atomdeal

Heidelberg (ots) – Donald Trump ist seiner Rolle als Elefant im Porzellanladen der internationalen Politik wieder einmal gerecht geworden. Wobei, so ganz stimmt das Bild in diesem Fall nicht: Denn Trump zerstört den Atomdeal mit dem Iran mutwillig und gezielt. Alle Appelle der europäischen Partner wurden vom US-Präsidenten ebenso ignoriert, wie die Berichte der Internationalen Atomenergiebehörde, die dem Iran stets bescheinigte, sich an die Auflagen des Abkommens zu halten. Natürlich hinderte der Deal den Iran weder daran, Unruhe in der Region zu stiften, noch daran, weiter an der Entwicklung ballistischer Raketen zu arbeiten. Doch war das ja auch gar nicht Gegenstand des Abkommens. Trump will mit dem Aus ein weiteres Wahlversprechen erfüllen – und ein weiteres wichtiges Erbe seines Vorgängers Barack Obama eliminieren. Die Scharfmacher in Trumps Team, wie der neue Sicherheitsberater John Bolton, sowie der israelische Premier Benjamin Netanjahu haben sich durchgesetzt. In der Folge wird der Iran nicht nur sein Atomprogramm wieder aufnehmen. Es steigt auch das Risiko eines Krieges gegen Israel, der den gesamten Nahen Osten erschüttern würde. Und Europas Besen sind nicht groß genug, um den Scherbenhaufen zu beseitigen, den Trump hinterlässt.

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