Reichskanzler in Zeiten des Umbruchs

Baden-Baden (ots) –

45-minütige SWR Doku „Prinz Max von Baden – Kanzler zwischen Kaiserreich und Republik“ / Sonntag, 10. Juni 2018, 20:15 Uhr, SWR Fernsehen

Herbst 1918. Seit mehr als vier Jahren tobt der Erste Weltkrieg. Millionen von Soldaten sind gestorben. Die deutsche Niederlage ist unabwendbar. In dieser Krise wird ein politisch unerfahrener Mann zum Reichskanzler ernannt: Prinz Max von Baden. Er soll einen Waffenstillstand aushandeln und die Monarchie in Deutschland retten. Die Aufgabe gleicht einem Himmelfahrtskommando. Was bewegt den Aristokraten und Schöngeist, auf der großen politischen Bühne zu agieren? Die Dokumentation „Prinz Max von Baden – Kanzler zwischen Kaiserreich und Republik“ von Holger Preuße begleitet Bernhard Prinz von Baden, den Urenkel des Reichskanzlers, und den Historiker Konrad Krimm auf einer historischen Spurensuche. Die Ausstrahlung ist am 10. Juni um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen.

Lebensstationen eines Außenseiters

Bernhard Prinz von Baden will herausfinden, wie Prinz Max gedacht und gehandelt hat, und zeigen, wie vielseitig dessen Leben war. Die Recherchen führen nach Schloss Salem, wohin sich Max von Baden nach seiner Reichskanzlerschaft zurückgezogen und das bekannte Internat gegründet hat. Der Film folgt ihm auch ins Generallandesarchiv Karlsruhe, wo Prinz Bernhard gemeinsam mit dem Historiker Konrad Krimm den Nachlass seines Ahnen sichtet. Die Spurensuche führt weiter von Karlsruhe nach Capri am Golf von Neapel. Dort ließen sich Prinz Max und seine Frau Marie Luise von einem Arzt therapeutisch beraten, nachdem sich auch nach mehreren Jahren kein Nachwuchs einstellte. Prinz Max fühlte sich eher zu Männern hingezogen als zu Frauen. Doch da sein Vetter, Großherzog Friedrich II., kinderlos blieb, sah sich Prinz Max stets dem Druck ausgesetzt, für den dynastischen Fortbestand des Hauses Baden zu sorgen.

Übergang von der Monarchie zur Republik

Prinz Max galt als Hoffnungsträger, der Deutschland aus der Krise am Ende des Ersten Weltkrieges herausführen sollte. Doch seine Amtszeit endete schon nach fünf Wochen. Angesichts des wachsenden Drucks von der Straße konnte er die Monarchie nicht mehr retten, am 9. November 1918 verkündete er die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. und übergab das Amt des Reichskanzlers an den Sozialdemokraten Friedrich Ebert. Damit machte Prinz Max den Weg frei für die erste Demokratie in Deutschland – und wurde somit zum Kanzler zwischen Kaiserreich und Republik.

Mentoren und Vertraute

Zu den geistigen Mentoren und engen Vertrauten des Prinzen Max zählten der evangelische Theologe Johannes Müller ebenso wie Cosima Wagner, die Witwe des Komponisten Richard Wagner. Sie war eine Art Ersatzmutter und Seelentrösterin für ihn. Mit Johannes Müller konnte Prinz Max über seine Homosexualität sprechen.

Sendereihe „Geschichte und Entdeckungen“

„Prinz Max von Baden – Kanzler zwischen Kaiserreich und Republik“ gehört zur Sendereihe „Geschichte und Entdeckungen“. Diese bietet dem Publikum am Sonntagabend um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen aufwendig produzierte Dokus zu unterschiedlichsten Wissensgebieten aus dem deutschen Südwesten. Darunter Alltags, Technik- oder Kulturgeschichte, aber auch Themen wie Archäologie, Geografie, Reise, Tiere und Natur.

Sendung

„Prinz Max von Baden – Kanzler zwischen Kaiserreich und Republik“ wird am Sonntag, 10. Juni 2018 um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen gezeigt.

Fotos über www.ARD-foto.de. Akkreditierte Journalisten können den Film anschauen auf www.presseportal.swr.de.

Quellenangaben

Bildquelle:den. Am 3. Oktober 1918 wird er zum Reichskanzler ernannt. In der politischen und militSrischen Krise am Ende des Ersten Weltkriegs soll er einen Waffenstillstand aushandeln und die Monarchie in Deutschland retten. © SWR, honorarfrei – Verwendung gemS§ der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter SWR-Sendung bei Nennung Bild: SWR (S2). SWR-Pressestelle/Fotoredaktion, Baden-Baden, Tel: 07221/929-23876, Fax: -929-22059, foto@swr.de Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7169
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