Ein schmaler Grat Kommentar der Mittelbayerischen Zeitung, Regensburg, zum Parteitag der FDP

Regensburg (ots) – Christian Lindner ist gerade zum besten Wahlkampfredner gekürt worden. Dass die Liberalen wieder aus der Gruft der außerparlamentarischen Opposition emporgestiegen sind, ist vor allem sein Verdienst. Dass er das Jamaika-Bündnis platzen ließ, noch bevor es begann, hat ihm die Partei nicht weiter übel genommen. Lindner ist die unumstrittene Nr. 1 der FDP. Er hat ihr wieder Selbstbewusstsein eingeimpft und Wahlerfolge eingefahren. Lindner attackiert die Bundesregierung messerscharf und zieht zugleich Trennlinien zur politischen Konkurrenz von ganz rechts und links. Allerdings begibt sich der FDP-Chef dabei auf eine schwierige Gratwanderung. Er will liberale Wähler von der AfD zurückgewinnen. Dazu nutzt er auch gängige Vorurteile gegenüber Ausländern, was ihm prompt – und überkorrekt – als Rassismus ausgelegt wird. Dass Lindner die Probleme illegaler Zuwanderung beim Namen nennt, ist in Ordnung. Dass der Chef der traditionsreichen Rechtsstaatspartei in braunen Gewässern zu fischen versucht, ist es nicht.

Quellenangaben

Textquelle:Mittelbayerische Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/62544/3942247
Newsroom:Mittelbayerische Zeitung
Pressekontakt:Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de

Das könnte Sie auch interessieren:

Schmerzen Kommentar von Reinhard Breidenbach zur Kriminalität Mainz (ots) - Seehofers Kriminalitätsstatistik hinterlässt gemischte Gefühle. Deutschland ist weder ein Hort des Horrors, aber auch keine Insel der Glückseligen. Niemand will den Teufel an die Wand malen - außer vielleicht ein paar rechtsradikale Politiker, die von der Machtergreifung träumen. Doch sollte andererseits auch niemand Schönfärberei betreiben. Es gibt ein paar Punkte, die wirklich wehtun. Was nützt eine gesunkene Zahl von Wohnungseinbrüchen, wenn die Aufklärungsquote bei desaströsen 17 Prozent stagniert? Was nützt ein leichter Rückgang bei den politisch motivierten Straftaten, wenn...
Kommentar zum Kampf gegen den Plastikmüll Stuttgart (ots) - Es ist höchste Zeit,dass die EU dem Plastik in unserer Umwelt den Kampf ansagt. Mit dem Binnenmarkt, wo 500 Millionen Verbraucher leben und wichtige Spieler der Industrie angesiedelt sind, hat sie es in der Hand, etwas zu bewegen. Sie kann Standards setzen, die von anderen Märkten übernommen werden. Sie kann den Anstoß dafür geben, dass der Raubbau an Ressourcen und die Verpestung der Umwelt auch anderswo angegangen werden. Sie verhilft der EU-Industrie damit zu mehr Wettbewerbsfähigkeit. Mit einer wachsenden Weltbevölkerung und höherem Wohlstand werden auch die Menschen in ...
Kommentar zu Oettingers Plänen zum EU-Haushalt Stuttgart (ots) - Soll die Zuweisung von EU-Mitteln an die Einhaltung rechtsstaatlicher Kriterien gekoppelt werden? Günter Oettinger schlägt genau das vor. Es wäre eine entscheidende Ausweitung der Kampfzone im Ringen um die demokratische Zukunft Europas, auch wenn es derzeit "nur" um die Sanktionierung von zwei Mitgliedstaaten geht: Polen und Ungarn. In beiden Ländern regieren rechtsnationale Autokraten mit autoritären Ambitionen. Vor allem in Polen, das wie kein zweites Land von EU-Subventionen profitiert hat, ist der Aufschrei laut. Einem Haushalt à la Oettinger werde die Regierung auf kein...