Landesverkehrswacht Berlin beklagt: Viele Berliner Kinder können immer schlechter Fahrradfahren

Berlin (ots) – Das verkehrssichere Radfahren gehört zum Pflichtprogramm in der Berliner Grundschule. In der 4. Klasse müssen die Schülerinnen und Schüler eine Radfahrprüfung ablegen. Dabei lernen sie nicht nur die Theorie, wie Straßenzeichen und Verkehrssymbole, sondern auch das sichere Fahren auf dem Rad. Geübt wird das in einem Parcours, in dem die Kinder Hindernissen ausweichen, den Schulterblick üben oder die Verkehrsschilder richtig deuten müssen. Aber es gibt steigende Durchfallquoten bei der Prüfung und immer mehr Kinder nehmen gar nicht an der Prüfung teil, weil sie nicht Fahrradfahren gelernt haben.

Das sagte der Geschäftsführer der Berliner Landesverkehrswacht, Uwe Goetze dem Radiosender radioBERLIN 88,8 vom rbb.

„Wir als Landesverkehrswacht haben die Erfahrung gemacht, dass die Kinder immer weniger von Haus aus das Radfahren beigebracht bekommen. Natürlich gibt es städtische Regionen, wo das nach wie vor üblich ist, aber gerade in der Innenstadt ist Fahrradfahren nicht mehr alltäglich, d.h. die Kinder in den Schulen haben keine Praxis, sie können einfach nicht Fahrradfahren. Die Schulen versuchen das mühsam während des Sportunterrichts beizubringen, aber das hat natürlich seine Grenzen.

Von den Schulen wird uns tatsächlich auch gemeldet, dass bis zu 50 % der Kinder eines Schuljahrgangs gar nicht Radfahren können in der 4. Klasse, mithin natürlich auch gar nicht an den Radfahrprüfungen teilnehmen können, weil sie es von Zuhause aus nicht gelernt haben. Das ist Fakt, das ist verifizierbar. Deswegen gibt es auch erste Überlegungen, wie man das verändern könnte.

Wir haben dem Senat vorgeschlagen, doch mit einem mobilen Fahrzeug, in dem sich zum Beispiel 15 oder 30 Fahrräder befinden, jeden Tag an anderen Schulen präsent zu sein – um dort die Möglichkeit zu bieten, dass dort Radfahren gelernt wird. Uns scheint das als Modellprojekt ein gängiges und gut geeignetes System zu sein, um eben einfach das auszugleichen, was vom Elternhaus nicht mehr geleistet wird.“

Quellenangaben

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