Auf Kosten der Mieter – Kommentar von Dominik Bath

Berlin (ots) – Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen fährt Gewinne auf Kosten der Mieter ein. Weil die Kaltmieten in den 160.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten des Konzerns seit Jahren steigen, sprudeln die Millionen. Investmentgesellschaften und Aktionäre reiben sich angesichts der guten Zahlen die Hände.

Allerdings finden die Gewinnsteigerungen auf dem Rücken der Mieter statt. In Berlin, wo die Deutsche Wohnen insgesamt rund 108.000 Wohnungen vermietet, gibt es deswegen schon seit Jahren Ärger. Wohl kaum ein anderes Immobilienunternehmen setzt Mieterhöhungen so konsequent durch wie die Deutsche Wohnen. Der Konzern profitiert dabei von dem ohnehin schon angespannten Mietmarkt in der Hauptstadt.

Die Mächtigen der Stadt blenden dabei aber nur allzu gern eigene Fehler der Vergangenheit aus. Denn ein Großteil der Bestandsimmobilien der Deutsche Wohnen war einst in der Hand des Landes Berlin. Wegen finanzieller Engpässe entschieden sich die Politiker vor Jahren, die Wohnungsbestände nach und nach zu verscherbeln. Jetzt ist das Leid groß.

Die Deutsche Wohnen wird in diesem Jahr weiter sanieren und modernisieren. Dank der dann folgenden Mieterhöhungen werden sich die Ausgaben innerhalb weniger Jahre amortisiert haben. Politiker sollten ihren Handlungsspielraum nutzen. Dazu gehört auch, Unternehmen wie die Deutsche Wohnen stärker in die Pflicht nehmen: In deutschen Ballungsgebieten gibt es zu wenige Wohnungen. Städten wie Berlin oder München würde es guttun, wenn Immobilienkonzerne einen Großteil ihrer Gewinne in den Neubau von Wohnungen reinvestieren müssten.

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