Mit Beigeschmack

Düsseldorf (ots) – Das ging schnell. Bis März war Sigmar Gabriel Außenminister, nun ist er als Verwaltungsrat für die Zug-Allianz von Siemens und Alstom nominiert. Formal verhält Gabriel sich korrekt, die Regeln sehen eine Karenz von einem Jahr vor, und Gabriel wird erst 2019 antreten. Grundsätzlich ist berufliche Mobilität sogar wünschenswert. Nur wenn es für Politiker a.D. kein Berufsverbot gibt, werden Unternehmer bereit sein, in die Politik zu wechseln. Doch ein Beigeschmack bleibt. Gabriel hatte sich als Wirtschaftsminister für eine Fusion von Siemens-Alstom-Töchtern stark gemacht und mit Paris versucht, diese gegen einen US-Angreifer durchzusetzen. Dass Gabriel nun einen gut dotierten Posten erhält, wirkt wie eine nachträgliche Belohnung. So macht er sich angreifbar. Erst recht, da er als SPD-Chef gerne die moralische Karte spielte. „Gier, Frechheit, Betrug dürfen sich nicht mehr lohnen“, sagte er Richtung Banker. Acht Wochen nach dem Ausstieg aus der Politik den nächsten Job in einem Unternehmen klarzumachen, das noch nicht mal grünes Licht des Kartellamts hat, ist unsensibel. Chance vertan.

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