In der eigenen Stadt abgehängt – Kommentar von Joachim Fahrun

Berlin (ots) – Berlins Weg zur internationalen Metropole, verbunden mit enormem Zuzug, steigenden Mieten und anderen Preisen sowie insgesamt einer spürbaren Fülle in der Stadt, wird von vielen Bürgern skeptisch betrachtet.

Was haben wir davon, fragen sich viele. Und wer dann bei der Suche nach einer neuen Wohnung mit Hunderten anderen Bewerber konkurriert oder sich für 13 Euro pro Monat und Quadratmeter im Neubau einmieten soll, für den wird dieser Aspekt der schönen neuen Weltstadt schnell zur Existenzfrage, selbst wenn er gar nicht arm ist. Dagegen ist der Nerv in der übervollen S-Bahn oder der Regel-Stau im Berufsverkehr fast zu vernachlässigen.

Die meisten Landespolitiker reden also an einem großen Teil der Bevölkerung vorbei, wenn sie die Erfolgsgeschichte Berlins und die Attraktivität für Touristen und Zuzügler nur preisen, ohne wirklich auf die Sorgen der Alteingesessenen einzugehen.

Senat und Koalition stehen unter Druck. Sie müssen schnellstens die Administration den neuen Anforderungen anpassen, das Verkehrssystem modernisieren, neue Kitas und Schulen einrichten und vor allem: leistbaren Wohnraum schaffen und Mietsteigerungen begrenzen. Nur so lässt sich das verbreitete Gefühl zurückdrängen, in der eigenen Stadt nicht mehr dazuzugehören.

Quellenangaben

Textquelle:BERLINER MORGENPOST, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/53614/3947720
Newsroom:BERLINER MORGENPOST
Pressekontakt:BERLINER MORGENPOST

Telefon: 030/887277 – 878
bmcvd@morgenpost.de

Das könnte Sie auch interessieren:

Gegen lokales Gutdünken – Leitartikel zu Jugendämtern Ravensburg (ots) - Sozialarbeiter haben einen harten Job. Sie entscheiden, ob Eltern ihre eigenen Kinder in Gefahr bringen. Reagieren sie zu früh, ist eine Familie vielleicht zerstört. Reagieren sie zu spät, sind im schlimmsten Fall Leben in Gefahr. Wer solche Entscheidungen treffen muss, braucht klare Richtlinien. Dabei geht es nicht darum, im Nachhinein Schuldige zu finden. Es geht darum, vor schwierigen Entscheidungen auf gute Argumente zurückgreifen zu können. Solche liefern fundierte Standards. Nun mag jedes Jugendamt im Land für sich in Anspruch nehmen, solchen Standards zu folgen. Aber ...
Missstände in Jugendämtern: Städtetag beklagt „eklatanten Fachkräftemangel“ Osnabrück (ots) - Missstände in Jugendämtern: Städtetag beklagt "eklatanten Fachkräftemangel" Dringender Appell an Bund und Länder: "Mehr Sozialarbeiter ausbilden" Osnabrück. Angesichts der Überbelastung in Jugendämtern appelliert der Deutsche Städtetag an den Bund und die Länder, die Ausbildungskapazitäten für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter an den Fachhochschulen zu erhöhen. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag), die Personalsituation im Bereich der Jugendhilfe sei in vielen Städten angespannt. "Dies liegt vor allem daran, dass es schwierige...
Islamismus stoppen Düsseldorf (ots) - Gehört "der Islam" nun zu Deutschland oder nicht? An dieser sinnlosen Diskussion beteiligt sich NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) zum Glück nicht - es ist sowieso eine Tatsache, dass einige Millionen Muslime hier leben. Und nur eine Minderheit ist radikal, extrem konservativ auch keineswegs alle. Also ist es klug, diese Menschen zu integrieren und nicht auszugrenzen. Umso wichtiger ist aber, dem Islamismus entschlossen gegenüberzutreten. Das neue Zentrum des NRW-Justizministeriums für "interkulturelle Kompetenz" kann dabei einen kleinen Beitrag leisten. Es ist vernün...
Tags: