In der eigenen Stadt abgehängt – Kommentar von Joachim Fahrun

Berlin (ots) – Berlins Weg zur internationalen Metropole, verbunden mit enormem Zuzug, steigenden Mieten und anderen Preisen sowie insgesamt einer spürbaren Fülle in der Stadt, wird von vielen Bürgern skeptisch betrachtet.

Was haben wir davon, fragen sich viele. Und wer dann bei der Suche nach einer neuen Wohnung mit Hunderten anderen Bewerber konkurriert oder sich für 13 Euro pro Monat und Quadratmeter im Neubau einmieten soll, für den wird dieser Aspekt der schönen neuen Weltstadt schnell zur Existenzfrage, selbst wenn er gar nicht arm ist. Dagegen ist der Nerv in der übervollen S-Bahn oder der Regel-Stau im Berufsverkehr fast zu vernachlässigen.

Die meisten Landespolitiker reden also an einem großen Teil der Bevölkerung vorbei, wenn sie die Erfolgsgeschichte Berlins und die Attraktivität für Touristen und Zuzügler nur preisen, ohne wirklich auf die Sorgen der Alteingesessenen einzugehen.

Senat und Koalition stehen unter Druck. Sie müssen schnellstens die Administration den neuen Anforderungen anpassen, das Verkehrssystem modernisieren, neue Kitas und Schulen einrichten und vor allem: leistbaren Wohnraum schaffen und Mietsteigerungen begrenzen. Nur so lässt sich das verbreitete Gefühl zurückdrängen, in der eigenen Stadt nicht mehr dazuzugehören.

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