Wüst Kommentar von Reinhard Breidenbach zur BAMF-Affäre

Mainz (ots) – Ziemlich geschafft sind derzeit alle, die Merkels Flüchtlingspolitik zu Recht loben und so einschätzen: hoch kompliziert, in vielen Teilen schmerzlich, aber getragen von Humanität. Man muss und wird diese Flüchtlingspolitik in geregelte Bahnen lenken können. Aber bis dahin ist es ein sehr weiter und steiniger Weg. Im Augenblick haben leider diejenigen Konjunktur, die der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin ablehnend bis hasserfüllt gegenüber stehen. Die unsägliche AfD-Aktivistin Weidel spricht im Bundestag von „Kopftuchmädchen, alimentierten Messermännern und sonstigen Taugenichtsen“. CSU-Mann Dobrindt will eine „aggressive Anti-Abschiebe-Industrie“ erkannt haben. Wasser auf die Mühlen der Anti-„Ausländer“-Front ist zu allem Überfluss dies: Die Fußballer Gündogan und Özil posieren mit Erdogan. Doch Letzteres ist, auch wenn die Volksseele kocht, keine Staatskrise, sondern etwas, was die legendäre bayerische Fernsehfigur „Monaco Franze“ so umschrieb: „A Scheißdreck war’s, des war’s.“ Genau dieser Ausdruck trifft auch auf das zu, was sich offenbar beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abspielte: wüste Schlamperei, vielleicht kriminelle Energie; so könnten Sicherheitslücken entstanden sein. Das muss rückhaltlos aufgeklärt und, wo nötig, bestraft werden. Wobei vor Naivität gewarnt sei: In keiner Behörde dieser Welt mit bis zu 10 000 Mitarbeitern und zig- bis hunderttausenden zu entscheidenden Akten sind Fälle von Chaos oder Kriminalität ganz auszuschließen, leider. Aber dafür kann weder Merkels Flüchtlingspolitik etwas, und schon gar nicht sind die Redlichen unter den Flüchtlingen dafür verantwortlich; sie dürfen nicht zum Sündenbock werden.

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