Linke-Politiker für „Menschenwürde statt Profit“ in der Pflege

Berlin (ots) – Bernd Riexinger, Kovorsitzender der Partei Die Linke, und Harald Weinberg, Obmann der Fraktion Die Linke im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags, rufen dazu auf, den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, um den Pflegenotstand in der Bundesrepublik zu beenden. »Die von der großen Koalition beschlossenen Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus«, schreiben die beiden in einem Positionspapier, das die Tageszeitung junge Welt in ihrer Ausgabe von Mittwoch exklusiv veröffentlicht. »Am Zustand der Pflege zeigt sich«, heißt es darin, »wie in dieser Gesellschaft mit Kranken, Alten und anderen hilfebedürftigen Menschen umgegangen wird und welchen ‚Wert‘ die Menschen haben, die sich um sie kümmern.« Die Menschenwürde der Beschäftigten und Patienten stehe »im Widerspruch zu Kostendruck und den Profiten privater Investoren«.

In den Krankenhäusern fehlten mindestens 100.000 Pflegekräfte und 200.000 Stellen insgesamt, in der Altenpflege seien es mindestens 40.000. Zwei Drittel der Beschäftigten in der Krankenhauspflege arbeiteten unter Zeit- und Leistungsdruck, Überbelastung werde zum Dauerzustand, Burnout sei häufig die Folge.

Wichtigster Hebel, wirtschaftlichen und politischen Druck aufzubauen, sei der »Kampf um Entlastung und mehr Personal in den Krankenhäusern«, wozu ausdrücklich auch der Streik zähle. Flankierend zu dieser notwendigen Bewegung gegen den Pflegenotstand formuliert die Partei Die Linke vier »Kernforderungen«: Eine gesetzliche Mindestpersonalbemessung, die Beseitigung prekärer Beschäftigung zugunsten eines »neuen Nomalarbeitsverhältnisses in den Gesundheitsberufen«, eine bedarfs- und gemeinwohlorientierte Finanzierung von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, eine »solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung, die alle notwendigen Leistungen abdeckt«.

Quellenangaben

Textquelle:junge Welt, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/82938/3949854
Newsroom:junge Welt
Pressekontakt:junge Welt
Redaktion
Daniel Bratanovic
Telefon: 030 / 53 63 55-65
db@jungewelt.de

Das könnte Sie auch interessieren:

zum DGB Halle (ots) - Die Gewerkschaften haben ihre Stellung in Politik und Gesellschaft wieder ausgebaut, nachdem der Agenda-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) sie an den Rand drängen wollte. Heute als Bundespräsident redet Steinmeier, immerhin Architekt von Hartz IV, fast wie ein Gewerkschaftsboss. Zweifelsohne hat der DGB Einfluss zurückgewonnen, wozu Reiner Hoffmann als Vorsitzender mit seiner unaufgeregten und sachlichen Linie beiträgt. Aber selbst wenn es paradox klingt, so muss man feststellen: Die großen Zukunftstrends wie Digitalisierung und Globalisierung spielen Gewerkschaften in die Hände....
BSR in Parks ist der erste Schritt Berlin (ots) - Eine Stadt leistet sich eine Stadtreinigung, damit sie die Stadt reinigt. Die Berliner joggen, spazieren, kicken, spielen, feiern, trinken, rauchen und - ja, auch das - grillen in ihren Parks. Nun nimmt der Senat knapp zehn Millionen Euro in die Hand und erweitert den Auftrag der Stadtreinigung. Künftig sollen 46 statt bisher nur zwölf Parks sauber gehalten werden. Es kann aber nicht damit getan sein, wenn die Parkkehrer täglich Müll von den Liegewiesen sammeln. Berlin, Deutschland und Europa brauchen dringend ein entschiedenes Vorgehen gegen Plastik- und Verpackungsmüll. Gerne ...
Berliner Zeitung: Kommentar zu Hartz IV und Zukunft der Arbeit. Von Tobias Peter Berlin (ots) - Die Hartz-IV-Debatte springt zu kurz. Denn wenn man heute einen beliebigen Arbeitnehmer mit mittlerem Gehalt fragen würde, welche Förderung er sich im Fall von Arbeitslosigkeit wünscht, dürfte er meist antworten: "Ja, natürlich möchte ich, das mein Lebensstandard abgesichert ist. Ich will aber vor allem möglichst schnell wieder einen anständig bezahlten Job bekommen." Genau das ist aber bislang eben nicht der zentrale Punkt der politischen Debatte. Arbeitslosigkeit ist wie ein Unfall, durch den die Lebensumstände erheblich ins Wanken geraten können. Eine gute Unfallversicherung ...
Tags: