Der dritte Mann – Kommentar von Walter Bau

Berlin (ots) – Dass die Wahlsieger von der Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) und der Lega einen politisch unerfahrenen Jura-Professor an der Spitze ihrer Koalition installieren wollen, lässt nichts Gutes hoffen. Conte wäre nicht mehr als ein Strohmann der beiden starken Figuren des neuen Bündnisses in Rom.

Luigi Di Maio, dessen populistische Fünf-Sterne-Bewegung als stärkste Partei aus den Wahlen hervorging, und Matteo Salvini, der mit der fremdenfeindlichen Lega immer mehr an Zustimmung gewinnt, blockierten sich in der Frage des Premiers gegenseitig – und einigten sich auf Conte als dritten Mann. Die Fäden aber werden die beiden Parteichefs ziehen.

Vor allem in der Finanz- und Sozialpolitik tun sich M5S und Lega mit vollmundigen Ankündigungen hervor: weniger Steuern, Mindesteinkommen, früheres Rentenalter. Zusätzliche Kredite zur Finanzierung von Wahlgeschenken jedoch würden das hochverschuldete Land Richtung Staatsbankrott driften lassen – ein Alarmzeichen für die gesamte EU. Die Mahnungen und Warnungen aus Brüssel – und auch aus Berlin – werden immer lauter.

Das aber dürfte der neuen Regierung eher in die Karten spielen. Die EU gilt für viele Italiener als die Schuldige an der Misere. Tadel aus Brüssel und Berlin gleicht für italienische Politiker einem Ritterschlag.

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