„planet e.“ im ZDF: Wie natürlich ist die Massenware Leder?

Mainz (ots) –

Schuhe, Polstermöbel, Autositze, Taschen – viele möchten diese Produkte am liebsten aus Leder. Doch wie natürlich ist das Leder wirklich? Kaum einer der vielen Fertigungsprozesse ist umweltfreundlich. „planet e.“ nimmt am Sonntag, 27. Mai 2018, 16.30 Uhr, die „Massenware Leder“ zwischen Chemiebomben und Hungerlöhnen in den Blick. Die Dokumentation von ZDF-Autor Manfred Kessler zeigt zudem, wie umweltfreundlichere Alternativen aussehen könnten.

Weltweit werden fast 90 Prozent des Leders mit dem Schwermetall Chrom gegerbt. Bei falscher Anwendung kann sich daraus das gefährliche Chrom IV entwickeln, das als krebserregend gilt. In Ländern wie Bangladesch oder Indien arbeiten die Menschen in den Gerbereien oft unter erschreckenden Bedingungen: Harte Chemikalien verbilligen die Verarbeitung. Dadurch können solche Lederhersteller ihre Produkte auf dem Weltmarkt zu unschlagbar billigen Preisen verkaufen. Kinderarbeit ist nichts Ungewöhnliches, gesundheitliche Risiken existieren offiziell nicht.

In Deutschland gibt es nur noch wenige Gerbereien. Diese haben eigene Kläranlagen, um die Chemikalien wieder aus dem Wasser zu entfernen. Bei Südleder zum Beispiel lässt auch der Allgäuer Lederhändler Johann-Peter Schomisch seine Tierhäute gerben. Er verzichtet konsequent auf Chrom und schwermetallhaltige Farben. Seine Tierhäute, die vorwiegend aus Süddeutschland kommen, werden ausschließlich vegetabil gegerbt, das heißt, mit pflanzlichen Gerbstoffen. Seine kleine Firma Ecopell vertreibt ausschließlich solche Leder, die auch nicht zugerichtet, also mit Kunststoffen beschichtet sind. Er möchte, dass seine Leder schadstoffarm sind und keine Allergien auslösen.

Weltweit wird mehr als die Hälfte des Leders zu Schuhen verarbeitet, das meiste in Asien. Aber auch auf dem Balkan gibt es eine Schuhindustrie. Viele europäische Firmen lassen dort massenweise ihre Ware produzieren – zum Beispiel in Mazedonien. Die Arbeiterinnen und Arbeiter sind zu Niedrigstlöhnen beschäftigt, die manchmal sogar unter denen in China liegen. Das Ergebnis solcher Produktionsbedingungen sind Schuhe, die im Handel nicht viel kosten und so immer mehr zur Massen- und Wegwerfware werden.

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