Es brummt Kommentar von Rainer H. Schlender zum Nachtflugverbot

Mainz (ots) – Es brummt. Die Wirtschaft in Deutschland brummt; in ihrer Frühjahrsprognose gibt die Bundesregierung sich zuversichtlich, dass der Aufschwung weitergeht und die Einkommen der Beschäftigten in diesem Jahr „spürbar steigen“ werden. Der Rhein-Main-Flughafen brummt ebenfalls. Er ist ein wesentlicher Teil des Motors, der die gesamte Konjunktur antreibt und die Rhein-Main-Region zu einem der wirtschaftlich stärksten Räume in ganz Europa gemacht hat. Es brummt aber auch am Himmel über dem Flughafen. Das ist die Kehrseite des Erfolgs, die vor allem Menschen zu spüren bekommen, die in unmittelbarer Nähe der Start- und Landebahnen leben. Die Entwicklung des Flughafens ist deshalb stark an Auflagen geknüpft worden, die vor allem den Lärm begrenzen sollen, dem die Anrainer ausgesetzt sind. Leisere Maschinen, besondere An- und Abflugverfahren und alle anderen Varianten des Schallschutzes tragen ihren Teil dazu bei, die Zumutungen auf ein halbwegs erträgliches Maß zu beschränken. Lärmende Postflüge gibt es nicht mehr, und auch die kreischenden Galaxy-Transporter sind Geschichte. Von besonderer Bedeutung ist bei alledem das Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr. Umso empfindlicher reagieren die Menschen, wenn sie den Eindruck haben, dass sich bestimmte Fluggesellschaften darum nicht scheren. Es ist deshalb wichtig, dass Ryanair mit seiner laxen Dienstauffassung bei der Luftaufsicht nicht durchkommt. Die Nachtruhe ist kurz genug – und sie muss durchgesetzt werden. Notfalls kann der Flughafenkoordinator, der die Slots für Starts und Landungen zuteilt, Störenfriede aussperren. Das ist keine leere Drohung.

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