Falscher Weg – Kommentar von Christian Matz zu Flüchtlingen

Mainz (ots) – Für die Details der Flüchtlingspolitik hatten weder die Teilnehmer der Gegen-Merkel-Demo noch der Gegen-Gegen-Merkel-Demos am Sonntag in Berlin viel übrig. Beiden Seiten ging es vor allem um – zum Glück nur verbalen – Radau. Und doch sind es am Ende die Details, die darüber entscheiden werden, ob und wie Deutschland die größte Herausforderung dieser Zeit meistert: den Umgang mit einem massenhaften Flüchtlingszustrom, der niemals endgültig abreißen wird. Es sei denn, in Syrien, Afghanistan und an den anderen Brennpunkten dieser Erde würde urplötzlich Friede einkehren. Ein sehr wichtiges Detail etwa ist die Frage, ob Sicherheits- und Verwaltungsapparate ihren Aufgaben gewachsen sind. Antwort: Der Fall Amri – unter anderen – und nun der Skandal um Asylbetrug in Flüchtlingsämtern geben furchterregende Einblicke in ein Behörden-Bermudadreieck, in dem strukturelles und individuelles Versagen das System an seine Grenzen bringen. Ebenfalls wichtige Details sind aber auch die Anreize für Flüchtlinge, sich zu integrieren, und die Unterstützung von Flüchtlingshelfern. Vom Sonderprogramm im Bundesfreiwilligendienst, das nun auslaufen soll, mögen vergleichsweise wenige Personen profitieren. Aber es ist im Einzelfall – für den Flüchtling wie für seinen deutschen Helfer – eine sinnvolle, mit einem konkreten Nutzen verbundene und sich lohnende Investition. Diese Unterstützung ersatzlos zu streichen, wären ein falsches Signal und der falsche Weg, weil es Sparen an der falschen Stelle hieße. Es kommt eben auf die Details an – manchmal auf noch so kleine.

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