Bundesregierung will Sonderprogramm für Flüchtlinge auslaufen lassen

Düsseldorf (ots) – Die Bundesregierung will das Flüchtlings-Sonderprogramm im Bundesfreiwilligendienst mit Tausenden Plätzen und jährlichen Mitteln von rund 40 Millionen Euro nicht über die bis Jahresende laufende Frist hinaus verlängern. „Eine Fortsetzung ist derzeit nicht beabsichtigt (…) Im Haushalt 2019 sind derzeit für den Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug keine Mittel eingeplant“, heißt es in einer Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag, die der „Rheinischen Post“ (Düsseldorf/Montag) vorliegt. 19 zivile Organisationen bitten in einem Brief an das Bundesfamilienministerium darum, die Sonderförderung in die vorhandenen Programme – den Bundesfreiwilligendienst, das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr – zu übertragen. So könnten 5000 Freiwilligenplätze erhalten bleiben. Die Grünen-Politikerin Anna Christmann sagte, streiche die Bundesregierung die Mittel aus dem Sonderprogramm tatsächlich ersatzlos, lege sie bei der Integrationspolitik den Rückwärtsgang ein.

Das Sonderprogramm bietet Deutschen sowie Asylberechtigten und Asylbewerbern mit „guter Bleibeperspektive“ die Möglichkeit, einen Bundesfreiwilligendienst zu absolvieren. Nach Regierungsangaben haben sich von Dezember 2015 bis Mai dieses Jahres insgesamt 11.040 Menschen in diesem Rahmen engagiert. Mit Abstand am stärksten wurde das Angebot in Nordrhein-Westfalen (2008 Plätze) angenommen, gefolgt von Baden-Württemberg (1206) und Berlin (1158). In Hessen beteiligten sich 383, in Rheinland-Pfalz 347 und im Saarland 140 Menschen. Die meisten Freiwilligen waren Deutsche (5991). Unter den Ausländern waren die Syrier mit 2328 Plätzen die größte Gruppe, die zweitgrößte Anzahl kam aus Afghanistan (456 Menschen) und dem Irak (278).

Quellenangaben

Textquelle:Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/30621/3954249
Newsroom:Rheinische Post
Pressekontakt:Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Das könnte Sie auch interessieren:

Osterfest Sinnsuche Carsten Heil Bielefeld (ots) - Fast nichts ist sicher im Leben. Nur eines: Das Leben ist endlich. Genau das macht es so wertvoll. Darum geht es an Karfreitag und Ostern. Alles, was im Übermaß verfügbar ist, inflationär vorhanden ist, hat weniger Wert. Das ist beim Leben nicht anders als beim Geld und selbst beim Vergnügen. Ständiger Spaß ist Goethes Faust nicht erstrebenswert. Lebten wir Menschen ewig auf dem Planeten Erde, wäre es nicht wichtig, ob wir heute eine Arbeit erledigten oder morgen, ob wir heute mit einer Diät beginnen, mit einem Sportprogramm, oder erst im nächsten Monat, ob wir uns heute für ...
zum Abschuss von MH17 Halle (ots) - Die russische Seite weist alle Anschuldigungen von sich. Was nicht wahr sein darf, kann offenbar nicht wahr sein. Genau das aber ist das größte Problem, und zwar für Russland selbst. Denn es ist ja nicht so, dass andere Staaten keine Kriegsverbrechen oder andere Schandtaten begingen. Man denke an die US-Foltergefängnisse im sogenannten Krieg gegen den Terror. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied. Während es in Demokratien westlichen Typs ein weit verzweigtes Kontroll-und-Korrektur-System gibt (NGOs, oppositionelle Politiker, Journalisten, unabhängige Gerichte usw.), exi...
Kommentar zu Seehofer Regensburg (ots) - Keine feste Ankerposition von Reinhard ZweiglerAn flotten Überschriften und markigen Sprüchen mangelte es Horst Seehofer noch nie. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise attestierte er Deutschland, es bestehe eine "Herrschaft des Unrechts". In der Tat war der damals lange Zeit unkontrollierte Zustrom von Kriegsflüchtlingen und Asylbewerbern eine enorme Herausforderung für den Staat auf allen Ebenen, die bis heute nachwirkt. Dass es dabei auch zu Unregelmäßigkeiten, zu Fehlern aus Überforderung oder Schlamperei sowie möglicherweise sogar zu kriminellem Vorgehen kommen konn...
Tags: