MigrationAsylverfahren

Halle (ots) – Halle. Immer mehr Asylbewerber beschuldigen sich selbst schwerster Verbrechen, um einer Abschiebung zu entgehen. Einer dieser Fälle beschäftigt derzeit die Staatsanwaltschaft in Dessau-Roßlau. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Montagausgabe). Es geht um einen angeblichen Mord: Ein heute 22-Jähriger aus Afghanistan will in seiner Heimat einen Menschen getötet haben. Die Staatsanwaltschaft hat daraufhin ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, mittlerweile aber vorläufig eingestellt. Der Grund: Die Behörde sieht keine Möglichkeit, an Beweise zu kommen. „Es gibt kein Rechtshilfeabkommen mit Afghanistan. Wir haben deshalb keine Chance, an tatsächliche Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat zu kommen“, sagte Behördensprecher Frank Pieper der MZ. Ohne Leiche und ohne Zeugenaussagen müsse man den Aktendeckel vorläufig schließen. Den Asylbewerber könnte das schwebende Ermittlungsverfahren jedoch nun vor der Abschiebung bewahren. In Afghanistan müssen Mörder und Terroristen mit der Todesstrafe rechnen; die Bundesrepublik schiebt Verdächtige in solche Länder grundsätzlich nicht ab.

Quellenangaben

Textquelle:Mitteldeutsche Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/47409/3954257
Newsroom:Mitteldeutsche Zeitung
Pressekontakt:Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200
hartmut.augustin@mz-web.de

Das könnte Sie auch interessieren:

Trumps Logik Kommentar zum Handelskrieg mit den USA Mainz (ots) - In seiner Irrationalität ist Donald Trump immerhin berechenbar. In Bezug auf das Thema Strafzölle heißt das: Wer geglaubt hatte, nur eine winzig kleine Chance zu haben, an der Eröffnung eines Handelskrieges mit den USA vorbeizukommen, war schlicht naiv. Trump hat bisher noch immer seinen Anhängern das geliefert, was er ihnen im Wahlkampf versprochen hatte. So politisch unsinnig und so schädlich das auch für die Vereinigten Staaten sein mag. Auf einem ganz anderen Blatt steht, was aus diesen Initiativen am Ende wird. Aus Trumps irrer Achterbahnfahrt um die Friedensverhandlungen mi...
Berliner Zeitung: Kommentar zu Hartz IV und Zukunft der Arbeit. Von Tobias Peter Berlin (ots) - Die Hartz-IV-Debatte springt zu kurz. Denn wenn man heute einen beliebigen Arbeitnehmer mit mittlerem Gehalt fragen würde, welche Förderung er sich im Fall von Arbeitslosigkeit wünscht, dürfte er meist antworten: "Ja, natürlich möchte ich, das mein Lebensstandard abgesichert ist. Ich will aber vor allem möglichst schnell wieder einen anständig bezahlten Job bekommen." Genau das ist aber bislang eben nicht der zentrale Punkt der politischen Debatte. Arbeitslosigkeit ist wie ein Unfall, durch den die Lebensumstände erheblich ins Wanken geraten können. Eine gute Unfallversicherung ...
Badische Zeitung: Die Lage in Syrien nach dem Militärschlag: Hohle Worte, bittere Wahrheit Freiburg (ots) - All die Forderungen nach neuen politischen Friedensinitiativen klingen folgerichtig merkwürdig hohl. Der Sicherheitsrat bleibt gespalten, die Anstrengungen des UN-Sondervermittlers waren schon früher vergebens. Warum soll das anders werden, nur weil jetzt Frankreichs Präsident vorangehen will? Die bittere Wahrheit ist, dass sich die Konfrontation für Assad, aber auch für Putin bisher auszahlt. Wollte man sie überwinden, müsste der Westen - der spätestens seit Trump als Allianz ohnehin bröckelt - einen hohen Preis zu zahlen bereit sein. Dumm nur: Niemand weiß so recht, wori...