Kleines Kita-Einmaleins

Hagen (ots) – Der Bildungserfolg in Deutschland ist zu stark von der sozialen Herkunft abhängig. Daran hat sich seit der Veröffentlichung der ersten Pisa-Studie nichts geändert – trotz aller Reformen an den Schulen. Dass sich darüber niemand wundern darf, belegt die aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung wie der Vergleich der unterschiedlichen Kita-Gebühren in NRW.

Für die Höhe der Gebühren sind die Kommunen zuständig. Sie legen auch fest, bis zu welcher Einkommenshöhe Eltern von den Beiträgen befreit bleiben. Es gehört zum kleinen Kindergarten-Einmaleins, dass Gemeinden, die knapp bei Kasse sind, mehr Geld eintreiben müssen als wohlhabende Städte. Sie können das nicht allein von den reichen Eltern nehmen, um nicht die zahlungskräftigen Familien, die sie brauchen, zu vergraulen. Sie kommen zudem schneller auf den Gedanken, von Eltern ganz kleiner Kinder, deren Betreuung aufwendiger ist, mehr Geld zu verlangen als von anderen. All das lädt sozial schwächere Familien nicht unbedingt ein, die Chance frühkindlicher Bildung zu nutzen.

Den Kommunen Gestaltungsfreiheit zu überlassen, ist gut. Aber Kita-Beiträge sind dafür nicht das richtige Spielfeld. Wenn Bildungserfolg nicht von sozialer Herkunft abhängig sein soll, müssen alle Kinder die gleichen Startchancen bekommen.

Quellenangaben

Textquelle:Westfalenpost, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/58966/3955427
Newsroom:Westfalenpost
Pressekontakt:Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

Das könnte Sie auch interessieren:

Özil und Gündogan bei Erdogan Bielefeld (ots) - Bei dieser Unterstützung kann der türkische Präsident Erdogan gut und gerne auf den ihm untersagten Wahlkampf in Deutschland verzichten. Die für die deutsche Fußballnationalmannschaft spielenden Mesut Özil und Ilkay Gündogan sind Idole für viele Türken und Deutsch-Türken, die hier leben - und die bei der anstehenden türkischen Parlamentswahl ihre Stimme abgeben dürfen. Den Adler auf der Brust tragen, aber bei »Einigkeit und Recht und Freiheit« den Gesang verweigern - und jetzt auch noch das Bekenntnis zu Erdogan. Da kann der DFB noch froh sein, dass die türkischstämmigen Spie...
Beziehungen mit China – Konflikte sind programmiert Straubing (ots) - Während für deutsche Firmen der Zugang zum chinesischen Markt stark reglementiert ist, gehen chinesische Investoren hierzulande auf Einkaufstour. Das geschieht nicht zufällig und unkoordiniert, dahinter steckt ein Plan. Denn es sind bestimmte Branchen, die die Chinesen ins Visier nehmen. Es geht ihnen vor allem um Hightech, um strategisch wichtige Industrien. Der Coup des Milliardärs Li Shufu beim Daimler-Konzern ist nur ein Beispiel von vielen. Ökonomen schlagen Alarm und fordern von der Politik, dem Ausverkauf nicht tatenlos zuzusehen, sondern stärker einzugreifen. Konflikt...
Carles Puigdemont – Es braucht eine politische Lösung Straubing (ots) - Wie auch immer das Gericht letztlich im Fall des Katalanen entscheiden wird: Es sind Politiker, die den Konflikt zwischen Barcelona und Madrid entschärfen müssen. Mit Quim Torra hat Puigdemont einen Nachfolger, der ebenfalls auf Konfrontation setzt, und der Namen von Personen auf seine Ministerliste gesetzt hat, die in Haft oder im belgischen Exil sind. Damit haben sich die Fronten noch weiter verhärtet. Doch es hilft nichts: Es muss eine politische Lösung her. Allerdings herrschen zwischen der Zentralregierung und Katalonien Sprachlosigkeit, Misstrauen und Hass. Ohne einen M...