Kommentar Plastik-Ablass = Von Antje Höning

Düsseldorf (ots) – Schildkröten und Seevögel, die an Müll ersticken, sind eine eindringliche Mahnung: Plastik wird, weil es sich kaum abbaut, zur Bedrohung für die Meere. Dass die EU dagegen etwas tun will, ist löblich. Eine Grillparty kann ohne Plastikbesteck auskommen und der Coffee-to-go ohne Rührstäbchen. Solche Verbote sind zielführend – auch wenn sie die Welt nicht retten. Der Großteil des Mülls, der in den Ozeanen treibt, stammt nicht aus Staaten wie Deutschland, in denen es funktionierende Entsorgungssysteme gibt, sondern aus Entwicklungsländern. Dort sind die Grenzkosten der Müllvermeidung viel geringer, dort sollte die EU ihren Einfluss geltend machen und zugleich gegen illegale Müllexporte aus ihren Mitgliedsstaaten vorgehen. Vor allem aber diskreditiert die EU ihren grünen Ansatz, indem sie ihn nutzt, um den Bürgern nebenbei eine neue Abgabe unterzujubeln und sich so neue Einnahmequellen zu erschließen. Für nicht verwertete Plastikabfälle sollen die Staaten und damit die Steuerzahler eine Ablassgebühr nach Brüssel überweisen. Den Meeren hilft das überhaupt nicht.

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