Tod durch Pfefferpistole: Ermittler prüfen fremdenfeindliches Motiv

Köln (ots) – Hass auf Ausländer könnte die tödlich verlaufene Attacke mit einer Pfefferpistole auf einen 30-jährigen gebürtigen Marokkaner Ende März in Bergisch Gladbach ausgelöst haben. „Es ist nicht auszuschließen, dass der Tat ein fremdenfeindliches Motiv zu Grunde lag“, sagte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstag-Ausgabe). Offenbar wurden auf dem Handy des inhaftierten Todesschützen, einem 24-jährigen Deutschen, WhatsApp-Nachrichten mit entsprechenden Inhalten gefunden.

Bei einem Nachbarschaftsstreit soll der mutmaßliche Täter mit einer scheinbar harmlosen Pfefferpistole vom Typ Jet Protector JPX das Opfer aus 30 bis 40 Zentimetern direkt ins Auge geschossen haben. Nur wenige Tage später starb der Angeschossene an den Folgen des Angriffs. Gottfried Reims, Verteidiger des Schützen, spricht von Notwehr, „da das Opfer meinen Mandanten zuvor mehrfach geschlagen hatte“. Die Staatsanwaltschaft hingegen geht derzeit von Totschlag aus. Bisher sind hierzulande keine tödlichen Attacken auf Menschen mit einer gasbetriebenen Pfefferpistole aktenkundig.

Das Bundeskriminalamt (BKA) will nach dem tödlichen Vorfall in Bergisch-Gladbach offenbar seine Genehmigung nochmals überdenken, Pfefferpistolen vom Typ Jet Protector JPX waffenscheinfrei zuzulassen. Auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ kündigte eine Sprecherin an, man werde „die zum Sachverhalt vorliegenden Erkenntnisse beiziehen“ und eingehend prüfen. Im Jahr 2007 hatte das BKA das Modell als Tierabwehrgerät genehmigt. Seither sind diese Pfefferpistolen frei erhältlich. Ein Waffenschein ist nicht nötig.

https://www.ksta.de/region/rhein-berg-oberberg/bergisch-gladbach/n ach-toedlichem-schuss-bka-prueft-waffenscheinfreien-bezug-von-pfeffer pistolen-30543696

Quellenangaben

Textquelle:Kölner Stadt-Anzeiger, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/66749/3957730
Newsroom:Kölner Stadt-Anzeiger
Pressekontakt:Kölner Stadt-Anzeiger
Newsdesk
Telefon: 0221 224 2080

Das könnte Sie auch interessieren:

Künast will mehr Werbung für Gemüse anstatt für Süßes Saarbrücken (ots) - Die ernährungspolitische Sprecherin der Grünen, Renate Künast, beklagt eine mangelnde Reklame für Gemüse. Künast sagte der "Saarbrücker Zeitung" (Mittwoch): "Es gibt zu wenig Werbung für Gemüse, aber zu viel für Süßes." Sich den ganzen Tag über ungesund zu ernähren, sei einfach. "Es muss aber umgekehrt einfach sein." Die Grüne forderte, endlich ein Werbeverbot für an Kinder vermarktete Produkte einzuführen. Darüber hinaus kritisierte Künast, dass die Industrie immer noch zu viel Salz, Fett und Zucker verwende. "Deswegen muss man der Industrie sagen: So kann es nicht laufen,...
Die Schienen sind voll Hagen (ots) - Natürlich ist das zunächst eine gute Nachricht: Die Deutsche Bahn kauft zusätzliche Fernverkehrszüge und modernisiert zudem alte ICE, die sie eigentlich aussortieren wollte. Das Staatsunternehmen rechnet mit weiter steigenden Fahrgastzahlen. Und nicht nur in die ICE-Flotte investiert die Bahn, das Netz wird mit einem neuen Signalsystem technisch aufgerüstet, so dass mehr Züge fahren können. Denn das Problem ist ja: Die Schienen sind vielerorts schon jetzt voll. Auch deshalb setzt Bahn-Chef Lutz auf superlange ICE - es ist oft schlicht kein Platz mehr für zusätzliche Züge im Netz....
„ttt – titel thesen temperamente“ (hr) am Sonntag, 6. Mai 2018, um 23:05 Uhr München (ots) - Wer sagt, dass Boden Privateigentum sein muss? "ttt" über schwindelerregende Wohnungspreise und die Stadtgesellschaft in der Krise Die Wohnungs- und Immobilienpreise steigen in unseren Städten unaufhörlich. Wohnraum - ganz gleich ob Miet- oder Eigentumswohnungen - wird für einen wachsenden Teil der Bevölkerung unerschwinglich. Spekulanten, nationale und internationale Investmenttrusts tummeln sich auf den Immobilienmärkten und fahren fantastische Renditen ein, während immer mehr normal verdienende Menschen sich das Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten können. David Chipperfie...