Ungarn: Mediale Einheit vor der Wahl?

Berlin (ots) – Reporter ohne Grenzen lädt ein zum Expertengespräch

am Mittwoch, den 4. April 2018

von 19 bis 20:30 Uhr bei Reporter ohne Grenzen, Friedrichstraße 231, 10969 Berlin

Tausende Menschen protestierten in Ungarn gegen Zensur, als im Herbst 2016 die auflagenstärkste überregionale Tageszeitung Népszabadság über Nacht und ohne jede Vorankündigung geschlossen wurde. Der Konflikt war der bis dahin krasseste Ausdruck einer Regierungspolitik, die durch neue Steuern und Gesetze, Eigentümerwechsel und behördlichen Druck seit Jahren die Pressefreiheit im Land einschränkt. Nach dem Ende von Népszabadság brachten Unternehmer, die der nationalkonservativen Fidesz-Partei nahestehen, in weniger als einem Jahr nahezu die gesamte regionale Presse unter ihre Kontrolle. Regierungstreue Medien verunglimpfen kritische Journalisten als Söldner des US-Milliardärs George Soros und sichern Regierungschef Viktor Orbán eine breite Mehrheit.

Wie hat es die Regierung geschafft, die Medien derart auf Linie zu bringen? Wie reagiert die Bevölkerung auf den Orbán-treuen medialen Mainstream? Welche Alternativen zur Fidesz-gesteuerten Medienmehrheit gibt es? Wie stark beeinflussen die Medien die politische Stimmung im Land vor der Wahl?

Darüber sprechen:

Stephan Ozsváth, Hörfunkjournalist (Berlin/Wien) und Gábor Polyák, Medienwissenschaftler (Pécs)

Moderation: Ulrike Gruska, Reporter ohne Grenzen

STEPHAN OZSVÁTH berichtet seit Jahren aus und über Ungarn: als Südosteuropa-Korrespondent der ARD (2012-2017), für den ORF, aber auch für Printmedien wie die Wochenzeitung Falter und das Fachmagazin Journalist. Er hat die Vereidigung der ersten Mitglieder der „Ungarischen Garde“ beobachtet und den Umbau Ungarns in einen „illiberalen Staat“ protokolliert – dazu gehört auch der Griff der Regierung Orbán nach den Medien. Im Herbst 2017 erschien sein Buch „Puszta-Populismus. Viktor Orbán – ein europäischer Störfall?“, das die Macht- und Kommunikationsstrategien der Regierung Orbán beschreibt. Ozsváth lebt und arbeitet in Wien und Berlin.

GÁBOR POLYÁK, Dozent an der Universität Pécs, ist Gründer und fachlicher Leiter des ungarischen Think Tanks Mertek Media Monitor, der die medienpolitische Lage in Ungarn und Europa untersucht. Zwischen 2014 und 2016 war er Gastwissenschaftler am Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Polyáks Forschungs- und Lehrtätigkeit umfasst Medienrecht und Medienpolitik, IT-Recht und die Vergleiche von Mediensystemen. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Medienpolitik Osteuropa – Theoretischer Rahmen und mediale Praxis“ (Siebenhaar Verlag 2018).

Das Gespräch findet auf Deutsch statt.

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Quellenangaben

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Quelle:https://www.presseportal.de/pm/51548/3901802
Newsroom:Reporter ohne Grenzen e.V.
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