Kommentar NRW richtet Sonderdezernat für Senioren ein Schamlos ausgenutzt Florian Pfitzner, …

Bielefeld (ots) – Gerade hat in Köln ein Prozess gegen Betrüger begonnen, die ältere Menschen erpresst haben sollen. Der Anklageschrift zufolge riefen die jungen Männer als falsche Polizeibeamte an und gaukelten vor, es lägen türkische Haftbefehle wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung vor. Gegen Auszahlung einer Kaution könnte man die Auslieferung verhindern. Obwohl die Polizei schon jahrelang vor solchen Betrugsfällen warnt, obwohl die mediale Aufmerksamkeit für die perfiden Tricks gestiegen ist, fallen Senioren immer noch auf sie herein. Oft ärgern sie sich anschließend so darüber, dass sie sich schämen, den Fall zur Anzeige zu bringen. Für Schamgefühle gibt es jedoch keinen Grund. Schämen sollten sich diejenigen, die Hilfsbedürftigkeit oder Treuherzigkeit teils hochbetagter Menschen ausnutzen. Insofern ergibt es Sinn, dass die NRW-Regierung jetzt ein zusätzliches Seniorendezernat bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld einrichtet. Gibt es doch auf anderen Kriminalitätsfeldern längst ähnliche Fachabteilungen. Obwohl die Ermittlungen häufig zäh ausfallen, registriert man bundesweit kleinere und größere Erfolge. So hat das Landgericht Hamburg jüngst einen Trickbetrüger ins Gefängnis geschickt. Die Richter befanden einen lokalen Strippenzieher des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs in 40 Fällen für schuldig. Die verhängten zwölfeinhalb Jahre Haft dürften eine abschreckende Wirkung erzielen.

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