Somaliland stellt weibliche Genitalverstümmelung unter Strafe

— SOS-Pressemeldungen http://ots.de/weG7cT —

Hargeysa/München (ots) – Wichtiger Erfolg im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung: Die qualvolle und brutale Praxis soll in Kürze in Somaliland unter Strafe gestellt werden. Dies teilten die SOS-Kinderdörfer weltweit mit. Das Land am Horn von Afrika weist eine der höchsten Beschneidungsquoten weltweit auf: „98 Prozent aller Mädchen und Frauen in Somaliland sind beschnitten“, sagt Mustefa Adow, Programmdirektor der SOS-Kinderdörfer in Somalia und Somaliland.

Nach Angaben der Hilfsorganisation wird das Parlament in den nächsten Wochen ein entsprechendes Gesetz verabschieden. Die SOS-Kinderdörfer werten das auch als Verdienst für ihr jahrzehntelanges Engagement gegen die weibliche Genitalverstümmelung (engl: female genital mutilation, kurz: FGM) in dem Land.

Bereits im Februar hatten die religiösen Führer Somalilands ein Edikt erlassen, das die beiden schlimmsten Formen weiblicher Genitalverstümmelung verbietet. Mustefa Adow betont: „Das Edikt hat zwar keine rechtliche Durchsetzungskraft, aber das Wort der Geistlichen zählt viel!“ Dennoch gehe die Erklärung nicht weit genug: „Jede Form von FGM ist eine Verletzung der Menschenrechte. Man kann nicht die eine Form von Gewalt ablehnen und die andere zulassen.“

Auch viele andere Länder wie Ägypten, Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste oder Eritrea haben in den letzten Jahrzehnten Gesetze gegen FGM erlassen. Mustefa Adow sagt: „Trotzdem dürfen wir uns keiner Illusion hingeben: Häufig scheitert es an der Umsetzung! Die größte Herausforderung ist es, die Menschen zu überzeugen. Es wird weiterhin viel Aufklärung und konkrete Unterstützung nötig sein, um die grausame Praxis zu beenden.“

Weltweit seien aktuell 200 Millionen Mädchen und Frauen beschnitten. FGM werde in etwa 30 Ländern in Afrika, dem Mittleren Osten und Asien angewandt. Die weibliche Beschneidung hat keinerlei gesundheitlichen Nutzen, betroffene Frauen leiden oft ihr Leben lang unter Schmerzen, Infektionen, Zysten oder Komplikationen bei der Geburt. Immer wieder kommt es auch zu Todesfällen.

Die SOS-Kinderdörfer sind in vielen Ländern weltweit aktiv im Kampf gegen FGM. Sie klären auf, setzen sich für Bildung ein, beschützen und unterstützen Mädchen und Frauen oder helfen traditionellen Beschneiderinnen, andere Einnahmequellen zu finden.

Quellenangaben

Textquelle:SOS-Kinderdörfer weltweit, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/1658/3904671
Newsroom:SOS-Kinderdörfer weltweit
Pressekontakt:Boris Breyer
Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/17914-287
boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Das könnte Sie auch interessieren:

Arzneimittelrabattverträge bremsen Ausgabenanstieg Berlin/Stuttgart (ots) - "Die Arzneimittelrabattverträge sind Marktwirtschaft vom Feinsten und das erfolgreichste Instrument zur Ausgabensteuerung. Die AOKs konnten 2017 durch solche Verträge mit pharmazeutischen Unternehmen über 1,6 Milliarden Euro einsparen, die direkt der Versichertengemeinschaft zugutekommen", betont Dr. Christopher Hermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die bundesweiten AOK-Rabattverträge, zum Start der inzwischen 19. Vertragstranche. Die AOK-Ausgaben für Medikamente seien 2017 lediglich um 0,9 Prozent je Versicherten ges...
Münchener Verein erhält im Service als einziger Versicherer erneut Qualitätsurteil „sehr gut“ München (ots) - Die Münchener Verein Versicherungsgruppe hat es zum zweiten Mal hintereinander geschafft, im Rahmen der jährlichen Studie "Private Krankenversicherer" in der Teilkategorie "Serviceanalyse" für seinen Service via Telefon, E-Mail und Internet mit "sehr gut" bewertet zu werden. Das hat bisher kein anderes Versicherungsunternehmen erreicht. In der Punktebewertung konnte der Münchener Vorsorge- und Pflegespezialist auch den Abstand auf den zweitplatzierten Versicherer ausbauen. Das Deutsche Institut für Servicequalität (DISQ) hat im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv in Kooperation...
Laut war gestern – und was ist morgen? Mainz (ots) - In den Diskotheken der 1970er-Jahre hat niemand an den Schutz des Gehörs gedacht, in den 1980er-Jahren begann die Walkman-Ära, und ab dem Jahr 2000 sorgte der MP3-Player für laute Musik auf den Ohren. Der "Tag gegen Lärm" ist Anlass, sich über Lärm im Alltag bewusst zu werden. In den letzten Jahren wurde viel dafür getan, dass unsere Ohren vor Lärm geschützt werden. Kopfhörer mit Lautstärkendrosselung sorgen für tolle Klangerlebnisse, Konzerte lassen sich mit individuell angepasstem Gehörschutz genießen. Auf den Straßen hat sich ebenfalls etwas verändert: Es gibt speziellen Flüst...