Kommentar Ärgerliche Islam-Debatte = Von Birgit Marschall

Düsseldorf (ots) – Das Ärgerliche an der Islam-Debatte ist, dass sie so wenig zielführend und unpräzise geführt wird. Denn was wollen Politiker mit dem Satz „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ sagen? Dass der Islam in Deutschland nicht mehr praktiziert werden soll? Dass Moscheen geschlossen werden müssen? Dass alle Muslime ausgewiesen werden sollten? Zu Recht weisen CDU-Politiker wie Wolfgang Schäuble darauf hin, dass diese von der Schwesterpartei CSU geführte Debatte kontraproduktiv ist, weil sie einerseits die Gesellschaft spaltet und andererseits keinerlei praktische Relevanz hat. Seehofer und die CSU haben sich offenbar entschieden, dem Original, der AfD, hinterherzurennen. Ihr Kalkül, so der AfD Wähler abzujagen, wird aber nicht aufgehen, solange die AfD Erfolge wie diesen feiern kann. Zugleich werden Muslime ausgegrenzt. Das ist kontraproduktiv für ihre Integration und den Erhalt des inneren Friedens. Mit anderen Worten: Seehofer gefährdet eben diesen, er sorgt sogar für zunehmende Unsicherheit. Eigentlich wäre die Aufgabe des Innenministers genau das Gegenteil.

www.rp-online.de

Quellenangaben

Textquelle:Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/30621/3905993
Newsroom:Rheinische Post
Pressekontakt:Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Das könnte Sie auch interessieren:

Badische Zeitung: Kabinettsklausur in Meseberg: Die wahre Aufgabe Freiburg (ots) - Ein vertrauliches Treffen abseits des Tagesgeschäfts ist überfällig, um dieser Koalition vielleicht doch noch Sinn und Richtung zu verleihen. Bisher mosert einer über den anderen, als stehe man nicht am Anfang, sondern am Ende einer mühsamen Partnerschaft. Bliebe das so, wäre ein Ende mit Schrecken womöglich besser als Schrecken ohne Ende - wenngleich ein rascher Koalitionsbruch staatspolitisch kaum verantwortlich wäre. Dringend notwendig jedenfalls ist tatkräftiges Regieren... Zwingend sind vernünftige Prioritäten, ein realistischer Zeitplan und dann das saubere Umsetzen ...
CSU-Generalsekretär Blume warnt vor „grassierender Selbstverleugnung christlich-abendländischer … Düsseldorf (ots) - CSU-Generalsekretär Markus Blume hat einen stärker werteorientierten Ansatz in der Integrationspolitik angemahnt. "Die grassierende Selbstverleugnung unserer christlich-abendländischen Wurzeln halte ich für gefährlich. Sie sendet falsche Signale auch an diejenigen, die sich bei uns gerne integrieren wollen", sagte Blume der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe). "Darf im Kindergarten noch Osterbasteln stattfinden oder muss es besser Frühjahrsbasteln genannt werden? Diese Debatte wird meist von übertoleranten Deutschen geführt, die mit der Religio...
Pressestimme zum Fall Dehm Frankfurt (ots) - Die Frankfurter Rundschau kommentiert die Äußerungen des Linken-Politikers Diether Dehm zu Außenminister Maas: Es ist gut und wichtig, dass aus der Linkspartei immer wieder die Forderung nach einer neuen Entspannungspolitik anstelle der zunehmenden Konfrontation mit Moskau kommt. Aber nicht nur Dehm, sondern ein relativ großer Teil der Linken vermeidet dabei jede Kritik an Wladimir Putin, und das ist das Problem: Glaubwürdig wird Kritik an der einen Seite erst dann, wenn man vor den Provokationen und Fehlern der anderen Seite nicht die Augen verschließt. Aber genau das tun so...
Tags: