Kommentar zur saudischen Politik gegenüber Israel

Berlin (ots) – Kommt es wirklich einer Sensation gleich, dass Saudi-Arabiens Kronprinz jetzt de facto Israels Existenzrecht anerkannt hat? Nicht, wenn es nach der Faktenlage geht. Längst ist die einstige Frontstellung zwischen beiden Staaten nach der Eroberung der muslimischen heiligen Stätten Jerusalems durch Israel im Sechs-Tage-Krieg von 1967 einem strategischen Bündnis gewichen.

Einem heimlichen allerdings. Die falschen Kulissen ließ man bestehen, im beiderseitigen Interesse. So begründet Israel seine Aufrüstung weiter mit der vermeintlichen Bedrohung aus Saudi-Arabien, während sich das Königshaus in der Rolle des ersten Verteidigers palästinensischer Rechte sonnt.

Die Täuschung funktioniert bis heute. Tatsächlich herrscht seit einigen Jahren schon eine uneingestandene, aber sehr intensive politische und – noch stärker – militärische Kooperation. Es heißt sogar: Sollte sich Israel dazu entschließen, Iran anzugreifen, wäre der saudische Luftkorridor dafür freigegeben. Hier trifft man sich, denn offen nennen beide Teheran als Hauptfeind und übertreffen sich gegenseitig in der Dämonisierung der schiitischen Republik.

Und was die so viel Aufsehen erregende Äußerung von Kronprinz Mohammed betrifft, die Israelis hätten »das Recht auf ihr eigenes Land«: Es würde doch ausreichen, Israel förmlich anzuerkennen und gleichzeitig aufzufordern, seinerseits die Rechte der Palästinenser anzuerkennen. Aber davor drückt sich der Prinz. Aus oben genannten Gründen.

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