zur Freigabe eines Teilstücks der A33

Bielefeld (ots) – Es ist noch nicht der endgültige Lückenschluss der A33. Es ist nur die Freigabe eines kurzen Abschnitts von 7,9 Kilometern für den Verkehr. Und doch ist das ein Riesenschritt – zumal zwei weitere Abschnitte Ende 2018 und Ende 2019 folgen. Somit wird in absehbarer Zeit endlich eine Verbindung fertiggestellt, die seit mehr als einem halben Jahrhundert eine wichtige Achse zwischen Osnabrück, Bielefeld und Paderborn sowie darüber hinaus bis zur überregionalen Tangente, der A44, bildet. Dennoch war der politische Wille zum Weiterbau dieser Autobahn im Land nicht immer vorhanden, etwa weil man Gelder an anderer Stelle einsetzen wollte. Die Wirtschaft hingegen hat immer auf den Lückenschluss gedrängt, stets verwiesen auf die Schlüsselfunktion der Infrastruktur für die Logistik. Die schnelle Erreichbarkeit der Märkte und die Einbindung der heimischen Unternehmen in die größeren Strukturen der nationalen und internationalen Wirtschaft werden als unverzichtbare Standortfaktoren gesehen. Dafür ist eine gute Vernetzung mit dem Fernstraßennetz und den Seehäfen nötig. Tausende Pendler auf der überlasteten B68 sowie die Anwohner der Bundesstraße in Bielefeld-Quelle und Steinhagen können heute Nachmittag aufatmen. Andere bekommen nun dagegen Lärm und Feinstaub vor die Tür. Denn der Abschnitt durch Steinhagen ist nicht zuletzt wegen der Linienführung mitten durch die Gemeinde stets umstritten gewesen. Die Trasse bringt alle Nachteile einer Autobahn direkt in den Ort, einschließlich des vermehrten Zubringerverkehrs. Woanders werden heutzutage Ortsumgehungen gebaut. In Steinhagen haben die Planer gegen alle Widerstände aus der Bevölkerung immer wieder auf dieser Trasse beharrt, möglichst nah an der Bundesstraße, die sie entlasten sollte. Alle Versuche, eine Südtrasse ins Spiel zu bringen, scheiterten an den Übergabepunkten. Planerisch ist immer abschnittsweise, nie über die selbst gesetzten Grenzen hinaus gedacht worden. Die meisten Bürger sind indes bereit, eigene Nachteile hintanzustellen. Sie haben erkannt, dass die Autobahn gesamtgesellschaftlich gesehen von Nutzen ist. Trotz der Eröffnung des Abschnitts Bielefeld-Steinhagen wird die A33 ihre volle Wirkung erst entfalten, wenn der Lückenschluss in Borgholzhausen geschafft ist. Und eigentlich muss man in noch größeren Dimensionen denken. Man muss auch das zweite Autobahn-Neubauprojekt der Region, die Nordumgehung der A30 in Bad Oeynhausen, einbeziehen, obwohl deren Freigabe noch immer nicht absehbar ist. Zudem sollte man über Osnabrück hinaus auf den Weiterbau der A33 bis zur A1 schauen. Beide zusammen wären ein wirklicher Sprung für die Mobilität der Menschen und der Wirtschaft in OWL.

Quellenangaben

Textquelle:Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/66306/3907059
Newsroom:Westfalen-Blatt
Pressekontakt:Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Das könnte Sie auch interessieren:

Ex-Minister Felgner will Wirtschaftsförderer in Halle werden Halle (ots) - Der früherer sachsen-anhaltische Wirtschaftsminister Jörg Felgner (SPD) bewirbt sich um den Posten als Geschäftsführer der städtischen Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalekreis (EVG). Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Dienstagausgabe). Die EVG kümmert sich zum Beispiel um Ansiedlungen in Gewerbegebieten wie dem "Star Park"."Mit meinen langjährigen landespolitischen Erfahrungen im Bereich der Wirtschafts- und Finanzpolitik will ich der Stadt Halle helfen, weitere Investoren zu gewinnen, neue Gewerbegebiete zu entwickeln und den wirtsc...
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke: Matthias Platzeck soll die Kohle-Kommission leiten Berlin (ots) - In der Frage, wer in der Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" den Vorsitz bekommen soll, werfen die vom Kohleausstieg betroffenen Bundesländer die Namen ihrer Favoriten in den Ring. Nach Sachsen, das den früheren Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) ins Rennen schickt, meldet sich jetzt auch Brandenburg zu Wort. "Ich habe Matthias Platzeck für die für Brandenburg und speziell für die Lausitz sehr wichtige und zukunftsbestimmende Kommission vorgeschlagen", sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) Tagesspiegel-Newsletter Background Energi...
Transatlantik-Koordinator Beyer: „Es gibt nicht den einen scheinbar wichtigsten Führer in Europa“ Düsseldorf (ots) - Der neue Koordinator der Bundesregierung für die transatlantische Zusammenarbeit, Peter Beyer, sieht keine Konkurrenz zwischen der Bundeskanzlerin und Frankreichs Präsidenten im Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump. Alle müssten sich daran gewöhnen, dass es nicht den einen nationalen Regierungschef in Paris oder in Berlin gebe, "der scheinbar der wichtigste Führer in Europa ist", sagte Beyer der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe). "Zwischen Emmanuel Macron und Angela Merkel gibt es keine Nummer eins und Nummer zwei. Beide nehmen ihre Rolle...
Tags: