Martin Korte zu Jens Spahn

Hagen (ots) – Jens Spahn ist Bundesgesundheitsminister. Er leitet ein Ressort mit vielen Baustellen: Pflegenotstand, Kostenexplosion, Landärztemangel, Krankenhauspleiten und so weiter und so fort. Der Jahresetat beträgt immerhin 15 Milliarden Euro, Spahns Politik betrifft Millionen Menschen unmittelbar. Eigentlich hat der Mann aus dem Münsterland genug zu tun. Aber Spahn will mehr, ein Ministeramt reicht ihm nicht. Selbstverständlich darf sich ein Politiker einmischen in ihm fachfremde Angelegenheiten – bei dem 37-Jährigen liegt jedoch die Vermutung nahe, dass es ihm weniger um Inhalte geht als um seine eigene Profilierung. Sollte Angela Merkel Spahn wirklich in ihr Kabinett geholt haben, um ihn zu disziplinieren, ist dieser Versuch gründlich in die Hose gegangen. Im Gegenteil: Spahn verbreitet seine Thesen jetzt mit dem Gewicht eines Regierungsmitglieds. Dass er nun ausgerechnet die Neue Zürcher Zeitung zur Veröffentlichung seiner Weisheiten nutzte, ist ein weiterer Beleg für seine tatsächlichen Absichten. Diese Zeitung versucht gerade mit einer aggressiven Anti-Merkel-Kampagne, Leser in Deutschland zu gewinnen, die auch dem AfD-Spektrum nahe stehen. Spahns Attacken richten sich also gegen die eigene Partei: Die Union stellt seit 2005 den für die Innere Sicherheit verantwortlichen Innenminister. Spahn muss sich bremsen. Sonst sollte Angela Merkel das übernehmen. Provokation allein ist noch keine Leistung.

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