König Kunde? Kommentar von Ken Chowanetz zu veränderten Rezepturen

Mainz (ots) – Der Kunde ist König? Das war einmal. Das Grundprinzip des Handelns wird von vielen Herstellern in der Lebensmittelbranche mit Füßen getreten. Weil die Rohstoffpreise steigen, wird der Anteil teurer Zutaten in Produkten gesenkt. Als Ersatz gibt es billigere Ingredienzen. Warum tun die Hersteller so etwas? Die Antwort ist einfach: Weil sie es können. Der Verbraucher ist weitgehend machtlos, denn hinter dem Wort-Ungetüm der Lebensmittelinformationsverordnung verbirgt sich ein stumpfes Schwert, das König Kunde im Kampf gegen Nepp im Supermarktregal an die Hand gegeben wird. Da nicht die Prozentanteile aller Produktbestandteile auf der Verpackung angegeben werden müssen, hat der Käufer keine Möglichkeit, eine Verschlechterung in Rezepturen zu erkennen. Fast keine, denn zuletzt hat das Beispiel der neuen Nutella-Zusammensetzung gezeigt, dass dank der sozialen Netzwerke aus dem leisen Frust Einzelner schnell ein lautstarker Protest werden kann. Geradezu infam ist allerdings, wie die beim Rezepteschummel ertappten Firmen auf die Beschwerden von König Kunde reagieren. Bevorzugt gar nicht – und wenn doch, dann arrogant abwiegelnd. Von obskuren Verbraucherstudien ist da die Rede, die – Sachen gibt’s! – ergeben hätten, dass der Verbraucher gerne weniger Nüsse in seinem Nussriegel, weniger Früchte in seinem Früchtemüsli und weniger Eier in seinem Eiersalat hätte. Das ist allerdings letztendlich auch irgendwie logisch: Im Sandkuchen ist ja auch kein Sand…

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