Kommentar zu den Folgen der Bayer-Monsanto-Fusion: Megaabhängig

Berlin (ots) – Bayer-Chef Werner Baumann scheint auf der Zielgraden: Die angekündigte Genehmigung seitens der US-Behörden zur Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto ist der vorletzte Meilenstein auf dem Weg zum im September 2016 angekündigten Mega-Deal. Endgültig grünes Licht gibt es aus Washington zwar noch nicht, aber das »gute und konstruktive Gespräch«, das Baumann und Monsanto-Chef Hugh Grant im vergangenen Jahr mit US-Präsident Donald Trump geführt haben, lässt ihn sicher besser schlafen. Auch die ausstehende Genehmigung der indischen Behörden erscheint im Licht der bisherigen Kartellentscheidungen beinahe wie eine Formsache. Bayer und Monsanto setzen im Agrarbereich vor allem auf die Digitalisierung der Landwirtschaft, die laut Baumann »großartige Möglichkeiten« bietet. Ob er damit Recht behält oder mit dieser Investition gnadenlos scheitert, liegt nicht zuletzt an den Landwirten selbst. Die Branche in Europa hat bisher verhalten auf das Heilsversprechen der smarten Farmen reagiert, nicht allein, weil der Breitbandausbau hinkt. Auch US-Landwirte stehen der Fusion kritisch gegenüber. Mit dem Geschäftsmodell wächst die Abhängigkeit von wenigen Konzernen. Eine Abhängigkeit, mit deren negativen Auswirkungen Bauern und Bäuerinnen weltweit bittere Erfahrungen machen mussten. Die Geschäftspraktiken von Monsanto haben manchen von ihnen in den Ruin getrieben. Ihre Geschichten sollten ihren Berufskollegen ebenso eine Warnung sein wie die hoffnungsvolle Gewinnerwartung der Investoren.

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