Tropfen beim Grünen Star?

Wiesbaden (ots) –

Trocken, gereizt, rot – während einer Tropfentherapie müssen Augen oft einiges ertragen. Nicht selten führt das beim Patienten zu Unwohlsein und Frust. Das ist ungünstig, zumal Krankheiten wie ein Glaukom oft eine kontinuierliche Tropfengabe erfordern. Doch es gibt beim „Grünen Star“ inzwischen Behandlungsalternativen, darunter den iStent inject®, der bei zahlreichen Betroffenen die Tropfengabe vermindern oder gar unnötig machen kann.(1)

Eine Zahl, vor der man nicht die Augen verschließen sollte: Schätzungen gehen davon aus, dass in der Bundesrepublik etwa 800.000 Menschen an einem Glaukom erkrankt sind.(2) Bei vielen verläuft die Erkrankung zunächst ohne Schmerzen und bleibt lange unentdeckt, obwohl ihre Sinneszellen in Netzhaut und Sehnerv zunehmend geschädigt werden. Grund ist oft ein zu hoher Augeninnendruck, der entsteht, wenn Kammerwasser im Auge nicht richtig abfließen kann. Das Verheerende: Verlorene Sehkraft kann nicht wiedererlangt werden. Das Zentrum fast jeder Glaukombehandlung bildet die Augeninnendrucksenkung. Um die zu erzielen, werden die meisten Patienten medikamentös behandelt. Die wichtigsten Wirkstoffklassen sind die Betablocker, die Prostaglandinanaloga, die Alpha-Agonisten und die lokalen Karboanhydrasehemmer. Doch nicht selten bringen Tropfen Probleme mit sich und belasten die Patienten zusätzlich. Allergische Reaktionen, Augentrockenheit oder Sensibilitätsstörungen der Hornhaut sind nur einige der möglichen Nebenwirkungen. Bei Betablockern beispielsweise kann es sogar zu Herzrhythmusstörungen oder Verkrampfung der Bronchien kommen – für unter anderem Asthmatiker sind sie daher nicht zu empfehlen.(3)

Glaukombehandlung mit Tropfen: zwischen Hilfe und Belastung

Bei der Glaukombehandlung gibt es verschiedene Herangehensweisen an das Problem: Einige als Augentropfen gegebene Medikamente wie zum Beispiel Betablocker versuchen, die Bildung des Kammerwassers zu bremsen, mit anderen Medikamenten sowie mit den meisten Operationsverfahren versucht man, den Abfluss zu verbessern. Heute stehen eine breite Palette von Wirkstoffen und Kombinationspräparaten (Augentropfen enthalten zwei unterschiedliche Substanzen) zur Verfügung. Generell wird die jeweilige Tropfentherapie mit dem Arzt individuell bestimmt und Vor- und Nachteile abgewogen – unter anderem bezüglich Wirksamkeit und Verträglichkeit.

Die Erfahrungen mit der Tropfentherapie können dabei nicht nur positiv sein – wie das Beispiel von Frau Gisela Boczek zeigt. Anstatt, dass die Augentropfen ihr helfen, wird das Tropfen zu einer Belastung und von ihr voll abgelehnt. Sie sagt: „Auf einmal jucken und brennen die Augen. Auch mehrere Tropfenwechsel bringen keine Besserung. Die Augenirritationen bleiben. Dazu gibt es Verfärbungen der Lider und Schatten unter den Augen, die ich mit dem Tropfen in Verbindung bringe.“

Studien zeigen: Die in zahlreichen Tropfen enthaltenen Konservierungsmittel können an der Augenoberfläche Schäden verursachen und den Tränenfilm nachhaltig schädigen, also zu einem Trockenen Auge führen oder ein bestehendes Trockenes Auge (das sehr viele Glaukompatienten haben) verschlimmern.(4)

Als chronische Krankheit ist aber eine kontinuierliche Tropfengabe bis zum Lebensende notwendig und die Augentropfen müssen ein-, manchmal auch mehrmals täglich in die Augen eingeträufelt werden. Doch nicht nur Unverträglichkeiten können zur Herausforderung werden, sondern auch unzureichende Therapietreue, wenn Patienten die Augentropfen nicht in ärztlich verordnetem Maß anwenden oder überhaupt nicht tropfen. Gründe hierfür können beispielsweise Vergesslichkeit, Handhabungsprobleme oder fehlende Motivation nach jahrelanger Tropfentherapie sein. All dies kann die Bereitschaft senken, tagein tagaus ggf. mehrmals Augentropfen anzuwenden. Mit dem Aufkommen neuer und mikroinvasiver Operationsverfahren (mikroinvasive Glaukomchirurgie (MIGS)) ist ein Eingriff für zahlreiche Patienten eine Alternative, die attraktiver erscheint als das Tropfen bis zum Lebensende.

Auch Frau Boczek entscheidet sich nach Rücksprache mit ihrem Augenarzt für den mikroinvasiven Eingriff mit dem iStent Inject®.

iStent inject®: kleiner Eingriff mit großer Wirkung

Ähnlich wie ein Stent in den Herzkranzgefäßen dazu dient, den Blutfluss an verengten Stellen zu verbessern, bewirkt auch der iStent inject® einen schnellen Durchstrom von Flüssigkeit. Das kleinste bekannte Medizinprodukt zur Implantation beim Menschen (es besitzt einen Durchmesser von 0,3 mm und ist 0,4 mm lang) besteht aus biokompatiblem und mit Heparin beschichtetem Titan. Das Implantat stellt eine Verbindung zwischen der vorderen Augenkammer (zwischen Hornhaut und Pupille) und dem natürlichen Abflussweg des Kammerwassers, dem sogenannten „Schlemmschen Kanal“, her. Reaktivierend stellt der Stent somit den natürlichen und optimalen Zustand im Auge wieder her. Dank der drucksenkenden Wirkung von iStent inject® kann der Augenarzt anschließend üblicherweise weniger antiglaukomatöse Augentropfen verschreiben – in manchen Fällen kommt der Patient sogar künftig ganz ohne eine medikamentöse Glaukomtherapie aus.(1) Eine Studie liefert hierzu überzeugende Daten: 66 Prozent der Patienten hatten auch nach zwölf Monaten einen dauerhaft gesenkten Augeninnendruck von unter 18 mmHg ohne Medikamente.(1) Insgesamt besteht das System aus zwei in einem Einmalinjektor vorgeladenen Stents. Sie können sowohl während einer Kataraktoperation als auch in einer mikroinvasiven „stand-alone procedure“ in die Vorderkammer des Auges eingebracht werden. Der Eingriff erfolgt in der Regel unter lokaler Betäubung und kann meist problemlos ambulant durchgeführt werden. 300.000 Implantationen wurden weltweit bereits durchgeführt.

Frau Gisela Boczek resümiert ein paar Monate nach den durchgeführten Operationen (beide Augen wurden bei ihr nacheinander operiert) auf die Frage, was sich mit den Stents verändert hat: „Alles hat sich zum Positiven entwickelt. Ich bin glücklich, die OP gewagt zu haben. Das Schöne dabei ist, dass ich mein Lebensgefühl behalten habe.“

Kassenärztliche Erstattung:

Die Kosten für den iStent inject® werden, die medizinische Notwendigkeit vorausgesetzt, von den Kassen erstattet. Das Erstattungsprozedere ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt.

Mehr Informationen erhalten Sie unter: www.iStent.de

Es handelt sich hier um allgemeine Informationen. Patienten sollten ihren Augenarzt befragen.

(1) Voskanyan L, García-Feijoó J, Belda J, Fea A, Jünemann A, Baudouin C. Prospective, unmasked evaluation of the iStent inject system for open-angle glaucoma: Synergy trial. Adv Ther 2014;31:189-201. (2) http://cms.augeninfo.de/fileadmin/pat_brosch/glaukom.pdf (Letzter Aufruf: 20.03.2018) Patientenbroschüre Glaukom. Herausgeber: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) und Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) (3) Erb C. Medikamentöse Therapie des primären Offenwinkelglaukoms Nebenwirkungen und Kontraindikationen im Fokus Z. prakt. Augenheilkd. (2015) 36: 435-446. (4) Anwar Z, Wellik SR, Galor A. Glaucoma Therapy and Ocular Surface Disease: current literature and recommendations. Curr Opin Ophthalmol. 2013;24:136-143.

Quellenangaben

Bildquelle:obs/Glaukos Germany GmbH/R&P
Textquelle:Glaukos Germany GmbH, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/126463/3914618
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