Nicht unfehlbar Kommentar zum Papst

Mainz (ots) – Wäre es gotteslästerlich zu sagen: Der Papst ist auch nur ein Mensch mit allen Fehlern und Schwächen? Nach geltender römisch-katholischer Lehre ist der Papst unfehlbar – allerdings nur, soweit er Glaubens- oder Sittenfragen entscheidet. Jedoch hat es den Anschein, als würden viele katholische Gläubige das Odium der Unfehlbarkeit nicht ungern auf alles beziehen, was der Papst sagt und tut. Da mag es nun überraschend erscheinen und manchen seltsam berühren, wenn Papst Franziskus eine schwere Fehleinschätzung mit Nachdruck zugibt und nachgerade demütig um Entschuldigung bittet. Der Vorgang findet zu Recht auch deshalb größte Aufmerksamkeit, weil er eine sehr sensible Thematik betrifft: Bei der Bewältigung von Missbrauchsskandalen wurden in der Katholischen Kirche über viele Jahre schwere Sünden begangen. Anfangs wurde vieles vertuscht und verharmlost. Später erklärte die Kirche ihren Willen zu Aufklärung und Wiedergutmachung; aber noch immer beklagen manche Opfer glaubhaft, dies seien nur Lippenbekenntnisse. Wenn Franziskus nun in einem strittigen Fall für einen eigenen Irrtum um Verzeihung bittet, dann ehrt das ihn und seine Kirche. Es fügt sich in das Bild: Dieser Papst gereicht der Katholischen Kirche zur Ehre. Bei der Frage, wie Kirche sich den Menschen zuwenden muss, gibt er ein Vorbild und er eröffnet, etwa bei den Themen Sexuallehre und Eucharistie, Wege zur Erneuerung. Nicht umstürzlerisch, aber beharrlich. Franziskus scheint auf gutem Weg, als wichtiger, großer – und dabei bescheidener – Papst in die Geschichte einzugehen.

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