Fassungslos – Kommentar zum Freiburger Missbrauchsprozess

Heidelberg (ots) – Das Martyrium hätte verkürzt, vielleicht verhindert werden können, wenn staatliche Stellen funktioniert hätten. Vielmehr schickte ein Gericht den Jungen in die Hölle zurück, der er entkommen schien. Wie es dazu kam, das muss so dringend aufgeklärt werden wie die Schuld der angeklagten mutmaßlichen Täter. Die Landesregierung hält sich hier bislang bedenklich zurück. Die Aufarbeitung kann aber nicht Sache der betroffenen Ämter bleiben. Es müssen Lehren für das ganze Land daraus gezogen werden – um Wiederholung überall so weit wie möglich auszuschließen. Das leistet der Ruf nach der sofortigen Vorratsdatenspeicherung nicht. Doch so wenig man das Leid des Staufener Opfers dafür instrumentalisieren sollte, so wenig sollte man sie prinzipiell verteufeln. Sie wird gründlich geprüft werden und, wenn es die Richter erlauben, dabei helfen, mehr Täter dingfest zu machen. Gut so.

Quellenangaben

Textquelle:Rhein-Neckar-Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/66730/3915208
Newsroom:Rhein-Neckar-Zeitung
Pressekontakt:Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
Telefon: +49 (06221) 519-5011

Das könnte Sie auch interessieren:

zum Bamf Halle (ots) - Es ist kein Zufall, dass das Bamf geradezu zum Inbegriff des Behördenversagens wurde. Dass es einem rechtsextremen Offizier der Bundeswehr gelingen konnte, als syrischer Flüchtling anerkannt zu werden, ist unentschuldbar. Schwer wiegen auch Vorwürfe gegen die ehemalige Leiterin der Dienststelle in Bremen. Von einem Systemversagen der gesamten Behörde zu sprechen, ist indes Unsinn. Das Bamf selbst hat sich aber nicht sonderlich bemüht, der Öffentlichkeit den Eindruck zu vermitteln, dass intern zügig aufgeklärt wird. Es präsentiert sich als schwerfälliger Koloss, in dem Kritik an d...
Berliner Zeitung: Leitartikel zum Abriss der Kudamm-Bühnen. Von Gabriela Keller Berlin (ots) - Die Politiker lassen das Geld in die Stadt fließen, wie es kommt; die Renditeerwartung formt die attraktivsten Lagen, nicht demokratisch-rechtsstaatliche Instrumente. So wird die Stadt nicht weiterentwickelt, sondern Finanzinteressen unterworfen. Der Abriss der zwei Theater zeugt nicht nur von der Willensschwäche der zuständigen Politiker, sondern auch von einem erschreckenden Mangel an Gespür. Berlin gibt hier ein Kapitel seiner Kulturgeschichte preis.QuellenangabenTextquelle: Berliner Zeitung, übermittelt durch news aktuellQuelle: https://www.presseportal.de/pm/100787/3953358...
Israelischer Rockstar Geffen begrüßt Aus für den Echo – „Ehrung von Farid Bang und Kollegah war … Köln (ots) - Köln. Aviv Geffen (44), einer der bekanntesten Rockmusiker Israels, hält die Abschaffung des Musikpreises Echo nach dem Skandal um die Rapper Farid Bang und Kollegah für die "einzig weise Entscheidung". "Wenn wir jetzt nicht anfangen, gegen solche gefährlichen Musiker zu kämpfen, werden wir die Echos des Antisemitismus in Zukunft immer öfter hören", sagte Geffen im Gespräch mit ksta.de, der Onlineausgabe des "Kölner Stadt-Anzeiger". "Es macht mich betroffen, dass es im Jahr 2018 in Deutschland möglich ist, dass Rassisten und Antisemiten in dem Land, in dem der Holocaust stattfand,...