Fritsch zu Dercon-Rücktritt: Verlierer auf allen Seiten

Berlin (ots) – Der Regisseur und Schauspieler Herbert Fritsch sieht die Schuld am Scheitern Chris Dercons als Volksbühnenintendant vor allem bei den politisch Verantwortlichen, die ihn berufen haben.

Dem Kulturradio vom rbb sagte Fritsch, der lange als Regisseur und Schauspieler an der Volksbühne gearbeitet hat, am Freitagnachmittag: „Der Herr Dercon ist da in eine Situation reingeraten, die nicht passend war für ihn. Ich bin nicht derjenige, der Müll über jemanden ausgießen will. (…) Es gibt aber einige Leute, die dafür verantwortlich zeichnen, die sollten mal Stellung beziehen zu dem, was sie da angerichtet haben mit dieser Entscheidung, das so zu machen.“ Er sehe in der Situation auf allen Seiten nur Verlierer.

Am Freitagmorgen war bekannt geworden, dass Dercon mit sofortiger Wirkung als Intendant der Volksbühne Berlin zurücktritt. Seine Berufung als Intendant geht auf die Entscheidung des früheren Kulturstaatssekretärs Tim Renner und des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) zurück.

Herbert Fritsch hatte unter Dercons Vorgänger Frank Castorf lange als Schauspieler und Regisseur an der Volksbühne gearbeitet und sie wegen des Intendantenwechsels verlassen. Jetzt inszeniert er an der Schaubühne. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, an die Volksbühne zurückzukehren, sagte er: „Erstmal fällt es mir schwer darüber nachzudenken. Für mich ist das eine wunderbare, magische Bühne, ganz tolle Belegschaft, unglaublich was da möglich war in der damaligen Zeit, aber da ist jetzt auch sehr viel zerstört worden, fast wie ein Fluch, der darauf liegt durch das, was passiert ist.“

Er wolle erstmal seinen Vertrag an der Schaubühne erfüllen. Was dann in Zukunft sein wird, werde man sehen.

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