Miese Show Kommentar von Reinhard Breidenbach zu Antisemitismus und Rappern

Mainz (ots) – Provokation sei ein Stilmittel, sagen manche in der Debatte um Rapper, die für Antisemitismus einen Musikpreis bekommen. Also provozieren wir. Dies ist ein freies Land, das Grundgesetz schützt die Entfaltung der Persönlichkeit, Kunst- und Meinungsfreiheit, darauf berufen sich die Rapper ausdrücklich. Also: Warum nicht Kinderpornografie erlauben, einvernehmlichen Sex mit Kindern ab 10, Sodomie? Warum nicht Hetze und Beleidigung ungestraft zulassen, allerdings nur, wenn die Opfer „Schwuchteln“ sind, „Schlampen“, „Sozialschmarotzer“ (vor allem Flüchtlinge), „Neger“? Absurd? Vielleicht – aber nicht viel absurder, als einen Preis zu verleihen für die Songzeile: „Mein Körper ist definierter als von Auschwitzinsassen“. Die Rapper sagen, ihre Absicht sei nicht negativ, „höchstens ein bisschen fahrlässig“. Geschwafel, bei dem letztlich nicht entscheidend ist, ob es Dummheit, Brutalität oder eiskaltem Kommerzkalkül entspringt. Die Rapper beklagen, der Sänger Campino, der sie kritisiert, spiele sich als moralische Instanz auf. „Moralisch“ als Schimpfwort – wir haben’s weit gebracht in dieser Gesellschaft. Daran, dass diese Preisverleihung unsäglich war, eine Schande, kann es bei Menschen, die auch nur einen Funken Herz und Verstand haben, keinen Zweifel geben. Traurig ist, dass andere Künstler die miese Show aus Feigheit, Ignoranz oder Geschäftsinteresse nicht boykottierten. Ein wenig Hoffnung macht, dass die Bildungsstätte „Anne Frank“ die Rappertexte für ihre Arbeit einsetzen will, als Negativbeispiel. Alle Schulen sollten das tun. Die Rapper sollten hingehen, um zu lernen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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