Ein bisschen mehr Demut könnte nicht schaden

Hagen (ots) – Früher fraßen die Großen die Kleinen, heute fressen die Schnellen die Langsamen. Volkswagen ist ziemlich groß – und unter den schieren Ausmaßen litt das Entscheidungstempo des weltgrößten Automobilherstellers in den vergangenen Jahren zunehmend. In Zeiten, in denen Uber, Apple, Facebook und Co. die Mobilität als Zukunftsmarkt entdecken und in denen die Kunden neue Ansprüche entwickeln, kann sich VW nicht mehr darauf ausruhen, die Nummer 1 bei den Stückzahlen zu sein. Mit dem umfassenden Konzernumbau geht das Unternehmen deshalb den richtigen Weg. Kleinere Einheiten sind schlagkräftiger, sie können schneller auf Trends reagieren. Also verbirgt sich dahinter auch für die Mitarbeiter zunächst eine gute Nachricht; aus der Personalrochade gehen sie gestärkt hervor. Der Betriebsrat bei VW bleibt mächtig. Die Kraft wird er brauchen: Sollte sich die Elektromobilität durchsetzen, wird das die Arbeitsprozesse in der Autoindustrie revolutionieren – und Jobs kosten. Auch Demut hat manchmal mit Größe zu tun. Volkswagen steckt vor allem deswegen gerade in der größten Vertrauenskrise der Unternehmensgeschichte, weil sich der Konzern für unangreifbar, für systemrelevant hielt. Nur vor diesem Hintergrund war der Diesel-Betrug möglich. Wer nun behauptet, das Kapitel Abgas-Manipulation sei in großen Teilen ausgestanden, hat die Dimensionen dieses Skandals noch nicht verstanden. Herbert Diess, der neue starke Mann an der VW-Spitze, sollte in diesem Punkt aus den Fehlern seines Vorgängers lernen.

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