Freiheiten – Kommentar zum biometrischen Personalausweis

Heidelberg (ots) – Es sollte stutzig machen, wenn selbst Polizeigewerkschafter einer neuen „Sicherheitsmaßnahme“ zurückhaltend begegnen: Fingerausweise in jeden Personalausweis, so will es die EU-Kommission, zur Terrorismusbekämpfung. Die Frage muss gestellt sein: Wie viele Anschläge wurden zuletzt mithilfe gestohlener Personalausweise verübt? Für Waffen vom Schwarzmarkt oder aus dem Darknet braucht es sie jedenfalls nicht. Und wenn es dabei bleiben soll, dass nur die Polizei oder andere Behörden bei Kontrollen die Passdaten auslesen können, sind die denkbaren Szenarien für mehr Sicherheit überschaubar. Nun ist es nicht prinzipiell falsch, den Ausweis durch den Einschluss von Fingerabdrücken fälschungssicherer zu machen. In Deutschland geht das bereits freiwillig – und man darf wohl unterstellen, dass jeder Nutzer eines Finger-Scanners am Smartphone damit kein persönliches Problem haben wird. Eine zentrale Fingerabdruck-Datei wäre schon etwas Anderes. Bedenklich ist vor allem die Sprache des EU-Innenkommissars: Die Schrauben anziehen, bis Terroristen und Kriminelle keinerlei Chance mehr haben, ihre Taten zu verüben? Das hehre Ziel ist nur in einer Gesellschaft erreichbar, die keine freiheitliche mehr wäre.

Quellenangaben

Textquelle:Rhein-Neckar-Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/66730/3918150
Newsroom:Rhein-Neckar-Zeitung
Pressekontakt:Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
Telefon: +49 (06221) 519-5011

Das könnte Sie auch interessieren:

Münster Halle (ots) - Umso mehr ist Münster ein positives Beispiel. In den sozialen Netzwerken wurde weniger spekuliert als in München. Es wurde auch weniger gehetzt. Hingegen folgten binnen Minuten rund 300 Menschen dem Aufruf zum Blutspenden - mehr, als die Uni-Klinik bewältigen konnte. Die Polizei informierte professionell. Das alles hat mit kollektiven Lernprozessen zu tun. Anschläge und Amok-Taten finden in Zeiten von Twitter unter Livebedingungen statt. Dabei gehen Informationen, Emotionen und affektiver Meinungskampf ineinander über. Dass von der neuen Selbstbeherrschung am Samstag viel zu seh...
Beschäftigte von Vivantes-Tochter wollen streiken Berlin (ots) - Die Beschäftigten der Vivantes Service GmbH planen einen Arbeitskampf. »Wir wollen die Übernahme des Tarifvertrags, der im Mutterkonzern angewendet wird, sprich des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD). Wir wollen ein Ende der Tarifflucht durch Ausgliederung«, erklärte Mario Kunze, ver.di-Mitglied der Tarifkommission der Vivantes Service GmbH, der in Berlin erscheinenden Tageszeitung »neues deutschland« (Freitagsausgabe). Zur Frage, wann genau der Ausstand bei der Vivantes-Servicetochter beginnen soll, erklärte Kunze: »Bald. 24 Stunden im Voraus geben wir den Streik ...
Nach Polizeirazzia im Rotlichtmilieu: Verband der Bundespolizei warnt vor Personalmangel Osnabrück (ots) - Nach Polizeirazzia im Rotlichtmilieu: Verband der Bundespolizei warnt vor Personalmangel Vorsitzender Mischke fordert mehr Tarifkräfte für Querschnittsaufgaben - "Bundesinnenministerium verschließt sich" Osnabrück. Nach der Großrazzia mit 1500 Beamten der Bundespolizei gegen mutmaßliche Menschenhändler fordert Thomas Mischke, Vorsitzender des Verbandes Bundespolizei beim Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK Bundespolizei), sich endlich dem dramatischen Personalmangel bei der Bundespolizei zu widmen. Im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) lobte Mischke den...