Firmen und Vereine klagen über strengen Datenschutz

Essen (ots) – Neue Datenschutzgesetze sorgen bei Vereinen und Betrieben in NRW für große Unsicherheit und erhebliche Probleme. „Das Wort Panik ist im Umlauf“, sagte Marc Balke, Datenschutzbeauftragter der Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet, der in Essen erscheinenden „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ, Freitagsausgabe). „Vor allem kleine und mittelständische Firmen befürchten einen hohen Verwaltungsaufwand.“ Michael Bock vom NRW-Berufsverband der Datenschutzbeauftragten berichtete von täglich mehreren Anfragen verunsicherter Unternehmer: „Wer sich bisher nicht mit Datenschutz befasst hat, muss jetzt kräftig nacharbeiten.“

Am 25. Mai treten nach zweijähriger Übergangsfrist neue, EU-weit geltende Datenschutzregeln in Kraft. Von dieser größten Reform des Datenschutzrechts in der EU seit ihrer Gründung sind Einzelhändler und Handwerker ebenso betroffen wie Sportvereine und Verbände, die personenbezogene Daten nutzen. Im Kern müssen sie genau nachweisen können, in welchem Umfang und zu welchem Zweck sie Daten von Kunden und Mitgliedern erheben.

Auch bei den Vereinen ist die Verunsicherung groß, sagte Frank-Michael Rall vom Landessportbund. „Die Angst und Sorge, etwas falsch zu machen, ist bei den Vereinen enorm“, so Rall. Der Informationsbedarf ist bei Sportlern wie Unternehmern hoch: Fortbildungen und Lehrgänge sind in der Region vielfach ausgebucht, berichten der TÜV-Rheinland ebenso wie verschiedene Dachverbände.

Marc Heistermann, Geschäftsführer des Handelsverbandes Ruhr, prognostizierte für seine Branche, dass viele Einzelhändler die neuen Vorgaben nicht rechtzeitig umgesetzt haben werden. „Viele haben die Dimension noch gar nicht erkannt „, so Heistermann. Er warnte vor spezialisierten Kanzleien, die Unsicherheiten beim Datenschutz ausnutzen und bei Firmen und Vereinen abkassierten.

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