Ein Bärendienst für die Sache der Flüchtlinge

Düsseldorf (ots) – Welche Motive die Behördenleiterin hatte, massenhaft offensichtlich unberechtigte positive Asylbescheide auszustellen, werden möglicherweise die Ermittlung und das sich wahrscheinlich anschließende Verfahren zeigen. Die gelegentliche Einladung in ein Restaurant erscheint als Grund für einen solchen großen Betrug vernachlässigbar. Vielmehr ist zu vermuten, dass sie aus humanitärer Überzeugung gehandelt hat. Der Sache der Flüchtlinge hätte sie damit aber einen Bärendienst erwiesen. Die Bremer Asylbescheide werden nun überprüft. Der gesamtgesellschaftliche Schaden ist groß: Die handfesten Vorwürfe säen Misstrauen unter den Flüchtlingen, gegen Flüchtlinge und gegen die Flüchtlingsbehörden. Es ist zu hoffen, dass Bremen tatsächlich ein Einzelfall ist. Mühsam war es dem Bamf gelungen, das Image der Versager-Behörde loszuwerden und zu einem Amt zu werden, das den Flüchtlingszustrom kanalisiert und ordnet. Die Ermittlungen müssen selbstverständlich abgewartet werden. Aber Bundesregierung und Bundesamt werden sich Maßnahmen überlegen müssen, wie ein solcher Alleingang von Asylentscheidern künftig nicht mehr möglich ist.

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