Tarifrunde für gescheitert erklärt: Baugewerkschaft zeigt sich arbeitskampffähig

Stuttgart (ots) – Vor Beginn der Schlichtung im Bautarifstreit voraussichtlich am 7. Mai verlangt die Gewerkschaft Bau (IG BAU) einen „kräftigen Schluck aus der Pulle“. „Die Kollegen haben erlebt, wie Verträge in schlechten Zeiten verschlechtert wurden“, sagte Verhandlungsführer Dietmar Schäfers der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Dienstag). „Jetzt erleben sie, dass sie arbeiten wie verrückt – es sind so viele Aufträge da, dass die Betriebe teilweise keine neuen mehr annehmen können.“ Die Lage sei besser noch als in den kommunalen Einrichtungen und in den Metallbereichen – daher sind die Abschlüsse der IG Metall und von Verdi im öffentlichen Dienst für Schäfers „keine Orientierung“. Die IG Bau strebt demzufolge einen noch besseren Lohnabschluss für die 800.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe an als in den beiden anderen großen Branchen.

Den von der Gewerkschaft und den Arbeitgebern auserkorenen Schlichter, den früheren Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, lobte Schäfers als „wirklichen Experten, was die Bauwirtschaft angeht“. Clement kenne sich aufgrund früherer Schlichtungen „exzellent aus“. Der frühere Sozialdemokrat hat schon viermal zwischen den Bautarifparteien vermittelt.

Sollte die Schlichtung fehlschlagen, droht der erste flächendeckende Arbeitskampf am Bau seit 2002. „Wir sind auf jeden Fall arbeitskampffähig, das ist überhaupt nicht die Frage“, sagt Schäfers. Der Boom am Bau hilft der Gewerkschaft nach seinen Worten, Druck auszuüben. „Die Arbeitgeber können sich einen Arbeitskampf gar nicht leisten, weil sie heute schon kaum noch in der Lage sind, die Bautermine pünktlich abzuwickeln.“ Die Kapazitäten seien erschöpft. Sieben Tage nach Beginn der Schlichtung muss ein Ergebnis vorliegen. So wird sich Mitte Mai zeigen, ob am Bau nach 16 Jahren wieder gestreikt werden könnte.

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