Lücken im Mobilfunknetz – sind die Deutschen selbst schuld?

Lücken im Mobilfunknetz - sind die Deutschen selbst schuld?

Deutschland hat ein großes Problem: Lücken im Mobilfunknetz. Im Vergleich zu anderen Ländern hinkt Deutschland deutlich hinterher und die Politik verspricht einmal mehr, dass sie diese Lücken im Mobilfunknetz endlich schließen möchte. Viel Geld will die Koalition in die Hand nehmen und viele neue Mobilfunkmasten bauen, aber sind die Einwohner damit überhaupt einverstanden? So sehr wie die Politik sich auch bemüht, die Lücken im Mobilfunknetz zu schließen, mit der gleichen Energie ziehen viele Deutsche vor Gericht, um neue Funkmasten zu verhindern.


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Neue Offensiven gegen die Lücken im Mobilfunknetz

Die Politik will jetzt in die Offensive gehen, vor allem angesichts der vielen Vorbehalte gegen den Bau von neuen Funkmasten. Es geht um mehr Verständnis und Akzeptanz in der Bevölkerung. Um diese Ziele zu erreichen, startet jetzt eine Kampagne. „Kommunikationsinitiative“ heißt diese Kampagne, die mehrere Jahre laufen und möglichst viele Bürger erreichen soll. Nach Ansicht der Regierung wünschen sich doch „alle eine leistungsstarke und flächendeckende Mobilfunkversorgung“. Offensichtlich ist das aber nicht überall so, denn „mitunter scheitert der Ausbau von Standorten für Mobilfunkmasten an Widerständen vor Ort“. Warum sind so viele Deutsche eigentlich so skeptisch, wenn es um den Ausbau des Mobilfunks geht?

Viele verschiedene Gründe

Mobilfunkmasten zerstören wie Windräder auch, das Bild der Landschaft – dieses Argument kommt immer wieder zur Sprache, um die ungeliebten Masten zu verhindern. Ein anderer Grund ist, dass viele Menschen Angst vor einer zu hohen Strahlenbelastung haben. Mit diesen Vorurteilen möchte die Politik jetzt aufräumen, ebenso wie mit den Lücken im Mobilfunknetz. Sie will den Bürger „neutral und transparent“ informieren, wie es um die Entwicklung des Mobilfunks in Deutschland steht. Die technischen Eigenschaften sollen dabei ebenso im Mittelpunkt stehen, wie auch die Möglichkeiten neuer Technik. Wichtig sind der Regierung auch die „gesellschaftlichen Entwicklungen“ sowie die „gesundheitlichen Aspekte“. Rund um ein besseres Mobilfunknetz bildet sich eine bizarr anmutende Diskussion. Auf der einen Seite wollen die Menschen mobil telefonieren, auf der anderen Seite wollen sie aber keine Infrastruktur.

Eine magere Bilanz

Aktuell stehen in Deutschland 74.000 Standorte für das öffentliche Mobilfunknetz zur Verfügung. Das reicht jedoch im entferntesten Sinne nicht aus. Um die Lücken im Mobilfunknetz zu schließen und eine flächendeckende Versorgung zu erreichen, müssen noch Tausende neue Standorte erschlossen werden. Zudem ist es notwendig, die bereits bestehenden Standorte aufzurüsten. Beide Ziele zu erreichen, wird aber immer schwieriger. Vor allem auf dem Land gibt es viel Handlungsbedarf, denn hier sind die Lücken im Mobilfunknetz besonders groß. Es gibt noch zu viele weiße Flecken auf der Landkarte und auch in den Zügen der Bahn ist die Verbindung nicht selten sehr schlecht. Der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) möchte daher schnellere Genehmigungsverfahren, damit der Ausbau der Infrastruktur endlich vorangeht. Seiner Meinung nach ist es wichtig, mehr mit den kleinen Städten und Gemeinden ins Gespräch zu kommen.

Fazit

Mehr als eine Milliarde Euro will die Regierung für ein besseres Mobilfunknetz ausgeben. Aber nicht nur das, sie will zudem eine sogenannte Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (als Tochtergesellschaft von Toll Collect) gründen, um damit den Ausbau noch besser unterstützen zu können. Falls es anschließend trotzdem nötig sein sollte, will die Koalition sogar zu drastischen Möglichkeiten greifen und selbst die Aufträge vergeben.

Bild: @ depositphotos.com / innovatedcaptures

Ulrike Dietz