Weg damit Kommentar zum Aus für den Echo-Musikpreis

Mainz (ots) – Der Echo ist abgeschafft. Und eigentlich muss die Frage lauten – wer wird ihn vermissen? Von Anfang an hatte dieser Preis der Musikindustrie einen Geburtsfehler – dass er in der Pop-Sparte ausschließlich kommerziellen Erfolg als Maßstab genommen hat. Der sagt eben längst nichts über künstlerische Qualität aus. Und längst nicht alles, was kommerziell erfolgreich ist, stimmt in seiner Aussage mit der Weltsicht überein, die wir als Gesellschaft gerne mit einem Preis bei einer Fernsehgala gewürdigt sehen wollen. Das hat schon lange vor dem Skandal um Kollegah und Farid Bang die Debatte um Frei.Wild gezeigt: 2013 wurde die Band, noch von der Nominierungsliste gestrichen, weil viele Musiker sie im rechten Spektrum verortet haben. 2016 hat sie ihren Echo dann erhalten – trotz Protest. Natürlich kann man sagen, dass der Fehler hier bei uns als Hörern liegt, weil wir die Alben von Kollegah, Farid Bang, Frei.Wild nun mal so oft gekauft haben, dass sie auf der Echo-Preisliste gelandet sind. Aber es ist eine Sache, wenn solche Musik existiert und gehört wird – solange es nicht verfassungsfeindlich wird, müssen wir das aushalten. Stichwort Kunstfreiheit. Stichwort Meinungsfreiheit. Eine ganz andere Sache ist es, antisemitischen Textzeilen bei einer Preisgala eine öffentliche Bühne zu bereiten – noch dazu am Tag des Holocaust-Gedenkens. Kulturinstitutionen und viele Musiker haben das in den vergangenen Tagen erkannt, sich vom Echo distanziert, ihre Preise zurückgegeben. An der Abschaffung führte daher kein Weg vorbei. Aber ob auf sie ein echter Neuanfang folgt? Ob der bereits angekündigte neue Preis eine kulturell relevante Auszeichnung wird, nicht dasselbe in Grün? Wir werden sehen.

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