MEDIENTAGE Special: Primetime anytime – The future of Connected TV

München (ots) – Streaming-Dienste und Video on Demand haben den großen Bildschirm erobert und die TV-Landschaft zeichnet sich durch eine größere Angebotsbreite aus als jemals zuvor. Unter dem Motto „Primetime anytime – The future of Connected TV“ untersuchte das MEDIENTAGE Special am 26. April 2018 im Haus der Bayerischen Wirtschaft, wie sich der Markt in Zeiten von Apps, VoD und adressierbarer Fernsehwerbung entwickelt. Die bereits im Vorfeld ausgebuchte Veranstaltung, die die Medientage München GmbH in Kooperation mit der MEKmedia GmbH durchführt, fand 2018 bereits zum dritten Mal statt. Rund 220 Besucher informierten sich über aktuelle Trends und Best Cases rund um das smarte Fernsehgerät.

Über 50 Prozent der Menschen in Deutschland besitzen mittlerweile einen Smart TV. Gerade mit Blick auf die relevanten Zielgruppen fällt der größte Wandel auf. Für die 14- bis 29-jährigen ist „On demand“ der neue Standard. Das untermauerte Petra Dittrich, Senior Director Media Research bei Kantar TNS mithilfe aktueller Studienergebnisse wie dem Digitalisierungsbericht 2017. Dieser zeigt eine Steigerung des Konsums non linearer Inhalte um 17 Prozent bei den unter 30-jährigen, vermehrt nicht nur auf dem Smartphone, sondern auch auf dem Big Screen.

Welche Vision vor diesem Hintergrund Amazon verfolgt, erläuterte Keynoter Stefan Kaltenberger, Geschäftsführer Amazon Appstore Deutschland. Mithilfe seiner Angebote möchte Amazon den Kunden eine umfassende Erlebniswelt präsentieren und ihnen zum Beispiel die Möglichkeit geben, über Sprachsteuerung Zusatzinformationen zum Content zu erhalten, oder Angebote, die in der Lieblingsserie auftauchen, direkt von der Couch im Wohnzimmer aus zu kaufen. Ein ergänzendes Geschäftsmodell dazu präsentierte Christoph Bellmer, Gründer und CEO von Exaring mit dem IPTV Angebot waipu.tv, das one click shopping im linearen Fernsehen anbietet.

Ein weiterer Themenschwerpunkt lag auf der Frage, ob der Einsatz neuer Technologien auch den Mehrwert für den Kunden berücksichtige. Jan Pechmann, Managing Director der Strategieagentur diffferent, betonte, dass Unternehmen beim Versuch, neue Technologien und innovative Projekte umzusetzen oft im Laufe der Entwicklungsphase den Fokus auf den Kunden verlieren. Gleichzeitig müssten Unternehmen die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter im Blick behalten. Da die rasante technologische Entwicklung zu Überforderung führen könne, seien Umfelder wichtig, die es den Mitarbeitern ermöglichen, keine Angst vor neuen Geschäftsfeldern und Mut zum Experiment zu haben.

Ein Beispiel dafür, wie breit das Angebot für die Konsumenten tatsächlich ist, welche vielfältigen Übertragungsmöglichkeiten es gibt und wie stark diese Umstände die Konsumenten fordern, lieferte eine Diskussion zur Zukunft der Sportübertragung. Neue Technologien bringen neben traditionellen Sendern wie Sport1 neue Player wie DAZN auf den Markt. Kay Dammholz, Managing Director Rights & Distribution bei DAZN, Mike Henkelmann, Marketing Director TV & AV bei Samsung Electronics, Olaf Schröder, Vorsitzender der Geschäftsführung bei SPORT1 und Zeljko Karajica, Geschäftsführer & CEO ProSiebenSat.1 Sports diskutierten darüber, wie User Sportinhalte künftig konsumieren wollen.

Die Herausforderung für Aggregatoren sei, Inhalte leicht zugänglich und gut auffindbar für die Kunden zu machen sowie bezahlbare Modelle zu entwickeln. Eine Lösung dafür könnten Partnerschaften oder gemeinsame Modelle für neue Ausspielwege sein.

Ein Themenblock zu Addressable TV machte deutlich, dass die neuen digitalen Player großes Potenzial auf dem großen Bildschirm für sich sehen – besonders im Bereich Werbung. Die Möglichkeiten, die ein Smart TV mit HbbTV Standard für Werbetreibende bietet, seien immens, so betonte etwa Thorsten Schütte-Gravelaar, Geschäftsführer von smartclip. So ermögliche Addressable TV eine one-to-one Kommunikation, für die Zukunft steht die neue Technologie jedoch vor Herausforderungen. Da sich adressierbare Werbung vornehmlich auf Daten und Künstliche Intelligenz stützt, spielen Datenschutzgesichtspunkte eine große Rolle.

Auch, welche neuen Erzählstrategien veränderte Sehgewohnheiten durch Streaming- und VoD-Angebote fordern, untersuchte das MEDIENTAGE Special. Aufgrund des wachsenden Angebots von Streamingdiensten wie Amazon Prime, Netflix, Hulu oder ab 2020 Disney brauchen die Anbieter eigene Inhalte, um ihr Profil zu schärfen und Zielgruppen an sich zu binden. Sowohl Amazon als auch Netflix arbeiten deshalb beim Erstellen von Inhalten mit Datenanalyse, um herauszufinden, was ihre Nutzer sehen wollen.

Best Cases und innovative Geschäftsmodelle, wie Augmented TV, Modelle zu direkten Transaktionen aus dem Bewegtbild heraus und die erfolgreiche digitale Transformation von Programmzeitschriften rundeten das Programm ab.

Insgesamt zeigte die Veranstaltung, das das neue Fernsehen eine Vielzahl an Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle biete, jedoch die Notwendigkeit für Anbieter mit sich bringt, komplementär zu denken um effektiv Lösungen zu finden, welche die Bedürfnisse der Nutzer in den Vordergrund stellen.

Weitere Informationen sowie Fotos und Videos der Veranstaltung finden Sie unter https://medientage.de/medientage-special-primetime-a nytime-the-future-of-connected-tv/

Quellenangaben

Textquelle:Medientage München, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/61644/3932191
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Anja Kistler
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