Nach Studie über Gewalt gegen Pädagogen: Lehrerverband beklagt mangelnden Rückhalt durch …

Osnabrück (ots) – Nach Studie über Gewalt gegen Pädagogen: Lehrerverband beklagt mangelnden Rückhalt durch Schulleitungen

Meidinger fordert Kultusminister auf, Brennpunktschulen zu besuchen – GEW: Viele Familien sind überfordert

Osnabrück. „Viele Lehrer werden von ihrer Schulleitung nicht ausreichend unterstützt“, kritisierte Heinz-Peter Meidinger im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag). Vor dem Hintergrund einer Forsa-Umfrage zu Gewalt an Schulen erklärte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes: „Wer einen Vorfall meldet, muss mit einer negativen Rückmeldung rechnen und sich zum Teil sogar vorwerfen lassen, er habe seine Klasse nicht im Griff.“ Die Schulleitung ihrerseits fürchte einen Imageschaden und in Ministerien sei das Interesse an Erfolgsmeldungen groß. „Das muss sich ändern“, forderte Meidinger. Lehrer dürften nicht das Gefühl haben, dass es besser sei, Gewalt im Klassenzimmer zu verschweigen. Er appellierte an die Politik, sich stärker mit den Problemen auseinanderzusetzen: „Minister besuchen gerne Leuchtturmprojekte und ausgezeichnete Schulen. Hilfreicher wäre es, wenn sie auch Brennpunktschulen besuchen. Nur so können sie ein echtes Bild der Realität gewinnen.“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) geht davon aus, dass Schulen soziale Probleme künftig stärker ausgleichen müssen: „Es nützt nichts, zu sagen: Die Eltern sind schuld. Viele Familien sind überfordert. Und die Schülerinnen und Schüler kommen so wie sie sind. Die Schulen werden zunehmend eine ausgleichende Leistung erbringen müssen“, sagte Ilka Hoffmann, Mitglied des geschäftsführenden GEW-Vorstandes im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag). Hoffmann forderte mehr Ressourcen für die Schulen – mehr Zeit für Einzelgespräche, mehr Beratungs- und Fortbildungsangebote für Lehrer. „Gleichzeitig müssen Schule und soziale Dienste viel besser vernetzt werden.“

Das Problem sei größer als von den Kultusministerien dargestellt. Die Zahlen der neuen VBE-Statistik passten zu Rückmeldungen von Schulen an die GEW. „Die fühlen sich allein gelassen. Es hilft aber nicht, nur auf die Zahlen zu schauen. Der Gesamtzusammenhang muss in den Ministerien endlich realisiert werden. Sonst wird sich nichts ändern.“

Quellenangaben

Textquelle:Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/58964/3933050
Newsroom:Neue Osnabrücker Zeitung
Pressekontakt:Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentar zum Rücktritt der NRW-Agrar- und Umweltministerin Schulze Föcking Berlin (ots) - Die nordrhein-westfälische Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking ist zurückgetreten. Als Grund gibt sie Anfeindungen an, die sich gegen sie und ihre Familie richten. Doch in Wirklichkeit dürfte der politische Druck auf Armin Laschets Problemministerin zu groß geworden sein. Dass es keine allzu gute Idee war, Schulze Föcking zur Ressortchefin zu ernennen, dürfte dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten schnell aufgefallen sein. Drei Skandale in nicht einmal einem Jahr im Amt sind eine verheerende Bilanz für die CDU-Politikerin. Gestolpert ist Schu...
Italien – Ein gefährliches Spiel Straubing (ots) - Die Europäische Union darf sich auf dieses gefährliche Spiel erst gar nicht einlassen. Nachsicht gegenüber Italien würde nur den Populisten in weiteren Ländern Auftrieb geben und immer realitätsferneren Forderungen Vorschub leisten. Gleichzeitig würde sie den politischen Frust in jenen Ländern befördern, die sich redlich um einen soliden Haushalt bemühen und dabei der eigenen Bevölkerung einiges an Zumutungen abverlangen. Gerade bei EU-Nettozahlern und Garanten der milliardenschweren Euro-Hilfen wie Deutschland ist die Geduld mit den Schuldenstaaten endlich. Das Pochen auf ve...
kommentiert die Aufkündigung des Iran-Atomabkommens Berlin (ots) - Die Entscheidung der USA, ein selbst maßgeblich mitverhandeltes Abkommen zu brechen, hat die Welt, nicht allein die nahöstliche, ein erhebliches Stück unsicherer gemacht, einen neuen verheerenden Krieg in Sichtweite gerückt. Man sollte dabei nicht von einem Alleingang Trumps sprechen, denn nennenswerter Widerstand gegen den Aggressionskurs des Präsidenten zeichnet sich in den USA bislang nicht ab. Die Repräsentanten aus der EU, Mitunterzeichner und Verteidiger des Iran-Atom-Abkommens, sehen sich düpiert, geradezu lächerlich gemacht durch den erbarmungslosen Unilateralismus Washi...