Kommentar zum Kohleausstieg der Allianz: Nicht dem Markt überlassen

Berlin (ots) – In Kreisen der Klimaschützer hat die Kohlebranche bekanntlich schon lange einen miserablen Ruf. Allmählich setzt sich diese Einsicht aber auch in der Finanzindustrie durch. Wenn die Allianz als Europas größter Versicherungskonzern in Zusammenhang mit Betreibern von Kohlekraftwerken und Minen nur noch von »Risiken« spricht, scheint es für diese Branche wirklich ernst zu werden. Zumal sich längst zahlreiche große Finanzfirmen und Investoren zum Divestment aus fossilen Energiefirmen bekennen. Wenn sich keine Kreditgeber und Versicherer mehr finden, wenn Investoren um ihre Renditen bangen, dann steht das gesamte Geschäftsfeld zur Disposition.

Natürlich sind Versicherer wie die Allianz nicht über Nacht zu verlässlichen Umweltschützern geworden. Sie machen momentan ja auch ganz gute Geschäfte mit den im Zuge des Klimawandels wachsenden Schadensregulierungen. Längst nicht überall hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass jetzt gehandelt werden muss, damit wenigstens das Zwei-Grad-Ziel noch zu schaffen ist und der Klimawandel auch für die Wirtschaft nicht zu katastrophal ausfällt.

Letztlich kann man es nicht dem Markt mit seinen ständigen und chaotischen Stimmungsschwankungen überlassen, ob es mit dem Klimaschutz doch noch was wird oder nicht. Das Divestment von Allianz & Co. ist gut – ein staatlich geregelter Kohleausstieg mit Umstiegshilfen für betroffene Regionen aber erheblich besser.

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