Schmerzen Kommentar von Reinhard Breidenbach zur Kriminalität

Mainz (ots) – Seehofers Kriminalitätsstatistik hinterlässt gemischte Gefühle. Deutschland ist weder ein Hort des Horrors, aber auch keine Insel der Glückseligen. Niemand will den Teufel an die Wand malen – außer vielleicht ein paar rechtsradikale Politiker, die von der Machtergreifung träumen. Doch sollte andererseits auch niemand Schönfärberei betreiben. Es gibt ein paar Punkte, die wirklich wehtun. Was nützt eine gesunkene Zahl von Wohnungseinbrüchen, wenn die Aufklärungsquote bei desaströsen 17 Prozent stagniert? Was nützt ein leichter Rückgang bei den politisch motivierten Straftaten, wenn Neonazis noch immer brandschatzend durchs Land ziehen, und wenn ein wütender Mob von Linksautonomen beim Hamburger G-20-Gipfel die Sicherheitskräfte zu einer Bankrotterklärung zwingt? Signifikant für die geistig-moralische Verfasstheit einzelner Zeitgenossen ist die Tatsache, dass die Kinder- und Jugendpornografie ansteigt. Ein weiteres Fanal – auch dies ein Zeichen charakterlicher Verwahrlosung – ist die fallende Hemmschwelle bei der Gewaltanwendung, nicht zuletzt gegenüber Polizisten und Rettungskräften. Keinesfalls hinnehmbar. Hier droht ein Verfall von Werten, ohne die eine Gesellschaft nicht angemessen existieren kann. Da bleibt wahrhaftig, um mit Seehofer zu sprechen, „viel zu tun“. Durch Erziehung und Bewusstseinsbildung bei gefährdeten jungen Menschen Schlimmes zu verhindern, dazu sollten sich Elternhäuser und Schulen aufgerufen fühlen. In letzter Konsequenz aber stehen Gesetzgeber und Justiz in der Pflicht, Grenzen aufzuzeigen und notfalls sehr deutlich zu reagieren.

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