Gut geschmiert? Kommentar von Reinhard Breidenbach zum Ölpreis

Mainz (ots) – Eine Geschichte über den Nahen Osten geht so: Ein Mann, der dort mit einem Streichholz in der Nähe einer Pipeline herumläuft, ist so ziemlich das Gefährlichste, was es gibt. Und nun gibt es einen Mann, der – bildlich gesprochen – nicht mit einem Streichholz, sondern mit einem Flammenwerfer im Nahen Osten herumläuft: Donald Trump. Aber zur Abwechselung ist er einmal nicht die alleinige Wurzel allen Übels. Öl war für Staaten schon immer eine taktische Waffe und für Konzerne, wenn es auch nur halbwegs lief, die Lizenz zum Gelddrucken. Zwar muss man das Feindbild vom „bösen Ölmulti“ als Klischee nicht überstrapazieren; aber leider ist es halt oft gar kein Klischee, sondern dicht an der Wahrheit. Alle Autofahrer und alle Besitzer einer Ölheizung kennen das: Irgendwann liegen sie wieder mal in der Luft wie ein übler Geruch, die Versuche, die Preisspirale noch stärker in die Höhe zu treiben als es der Markt objektiv erfordern würde. Das ist in einer freien Marktwirtschaft das Recht von Produzenten. Umso stärker sollten es sich Konsumenten auf die Fahne schreiben, durch Beharrlichkeit und Geschick dagegen zu halten. Durch Energiesparen. Und dadurch, dass man, wenn möglich, nicht zu den teuersten Tageszeiten oder an den teuersten Tankstellen Station macht. Das mögen kleine Dinge sein, aber sie läppern sich. Im Großen bleibt die Erkenntnis: Die Versuche, vom Öl unabhängiger zu werden, etwa bei der E-Mobilität, lassen zuweilen die nötige Entschiedenheit vermissen; vielleicht deshalb, weil herkömmliche Verbrennungsmotoren für die nächsten Jahrzehnte noch immer die höheren Gewinne versprechen. Dann darf man sich nicht wundern.

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