LINKE fordert Aufklärung nach Misshandlungsvorwürfen gegen Berliner Polizei in Einrichtung für …

Berlin (ots) – Die Jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Katrin Seidel, äußerte sich gegenüber der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“ (Freitagsausgabe) bestürzt über den missratenen Polizeieinsatz in einer Einrichtung für junge Geflüchtete. »Wir sind natürlich alle entsetzt und hoffen, dass es schnellstmöglich eine Klärung gibt«, sagte sie. »Ein solches Vorgehen, wie es in der Pressemitteilung des KJHV geschildert wird, ist völlig unangemessen. Das sind geschützte Einrichtungen, in die die Polizei nicht einzudringen hat.« Sie forderte eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls, sowie Konsequenzen für das Vorgehen der eingesetzten BeamtInnen.

Die Verantwortliche des Trägers „Kinder- und Jugendhilfe-Verbund Berlin/Brandenburg“ (KJHV) für die Arbeit mit Geflüchteten, Mareike Rüggeberg, sagte gegenüber „nd“, dass man derzeit rechtliche Schritte gegen die beteiligten BeamtInnen prüfe. „Es geht darum, auch in Zukunft gemeinsam mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Polizei zu gewährleisten“, so Rüggeberg. „Mein Eindruck war, das fing auch erst mal gut an, bis zu diesem Einsatz.“

Am frühen Morgen des 9. Mai durchsuchten 13 BeamtInnen der Berliner Polizei eine Jugendwohngruppe des „Kinder- und Jugendhilfe-Verbund Berlin/Brandenburg“. Grund war ein wegen Raubes verdächtiger Jugendlicher, der in der Wohngemeinschaft lebte. Nach Polizeiangaben wurden Beweismittel sichergestellt, die nun ausgewertet werden. Nach der Durchsuchung mussten zwei der drei jugendlichen Bewohner im Krankenhaus behandelt werden. Die Pressemitteilung der KJHV zu dem Polizeieinsatz löste nach Angaben der Berliner Polizei ein internes Ermittlungsverfahren aus.

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